„Futuring“ – Veränderungsfähigkeit macht stark

Zukunft wird gestaltet

Es ist an der Zeit, dass wir gemeinsam über Zukunft nachdenken und über Zukunft sprechen.

Medizinprodukte der Zukunft: mobiles Microlab …

Um unsere Vorstellungen von Zukunft verwirklichen zu können, müssen wir Zukunft sichtbar und erfahrbar machen. Eines der Versprechen von Design ist, Ideen von Zukunft lebendig auszugestalten, so dass wir Zukunft erleben und verstehen können.

Erfolgreiche Produkte und etablierte Geschäftsmodelle von heute lassen sich nicht eins zu eins auf die Zukunft übertragen. Gewinne sinken, Märkte verschwinden, Unternehmen und ganze Industriezweige hören auf zu existieren. Einfache Antworten und schnelle Lösungen gibt es nicht. Unternehmen stehen vor der Aufgabe, für komplexe Probleme ganzheitliche Strategien und nachhaltige Lösungen zu finden.

Um sinnvolle Veränderungen einzuleiten und Innovation zu schaffen, müssen wir unsere Vorstellungen von Zukunft bereits heute konkret und detailliert ausgestalten: verschiedene Veränderungen und Trends berücksichtigen; alternative Formen von Zusammenleben und nachhaltiger Wirtschaft skizzieren; Interaktionen mit zukünftigen Produkten und Dienstleistungen von morgen gestalten und prototypisch ausprobieren. Wir brauchen Praktiken, mit denen wir methodisch Zukunft sichtbar und greifbar machen, um über sie nachdenken und sprechen zu können.

… und Medikamentendrucker. / Fotos: ma-ma.net

Scott Smith, britischer Zukunftsberater und Gründer der Beratungsfirma Changeist, hat über 20 Jahre Erfahrungen strategischer Vorausschau in seinem Buch „How to Future“ (Verlag Kogan Page Limited) zusammengefasst. Dort beschreibt er einen methodischen Prozess, der aufzeigt, wie wir uns strategisch auf die Zukunft vorbereiten können: Signale und Trends verstehen; verschiedene Versionen von Zukunft bewerten; entscheidende Themen und Aufgabe identifizieren, um die richtigen Entscheidungen zu treffen und umzusetzen.

Der Prozess gibt Unternehmen Orientierung, sich für relevante Projekte und Veränderungen zu entscheiden und die dafür benötigten Ressourcen bereitzustellen. Folgende drei Unternehmensperspektiven veranschaulichen das Potenzial des Prozesses.

  • Die Zukunft meiner Produkte: Digitalisierung meiner Produkte, innovative digitale
    und nachhaltige Produkt-Service-Ökosysteme
  • Die Zukunft meiner Produktion: komplementäre und neue Wertschöpfungsketten
  • Die Zukunft meines Unternehmens: transformative Prozesse für nachhaltige und resiliente Unternehmensstrukturen; relevante Themen und Kriterien der Zukunft für mein Unternehmen verstehen

Wir können aus der Vergangenheit lernen, Trends erkennen und Komplexität verstehen: Zukunft entsteht nicht zufällig. Zukunft wird gestaltet!

Autor

Stefan Karp
Telefon 069 79 30 66 -22
skarp@ma-ma.net
www.ma-ma.net

Checkliste

Der Futuringprozess nach „How to Future“

  • Erkennen und verstehen (Sensing): Neues und Veränderungen wahrnehmen
  • Zusammenhänge und Bedeutung erfassen (Sense-Making):
    Muster erkennen und bewerten, Erkenntnisse und Einsichten ableiten
  • Zukunftsszenarien formulieren (Scenarios): Mögliche Szenarien von Zukunft entwickeln und optimieren
  • Storytelling und Prototypen: überzeugende Geschichten und schlüssige Narrative ausarbeiten, Erfahrungs-Prototypen entwickeln, mit Stakeholdern verschiedene Versionen von Zukunft erleben und diskutieren
  • Auswertung (Assessment): Erfahrungen und Erkenntnisse des gesamten Prozesses bewerten, Handlungen ableiten, zum Beispiel:
    • Entscheidungen treffen
    • Leuchtturmprojekte entwickeln, experimentieren, Roadmaps planen
    • Innovationsportfolio planen
    • Unternehmensstrategien entwickeln und anpassen