Zoll- und Außenwirtschaftsrecht-Experten im Austausch

Zoll@work“ gestartet

Das neue Veranstaltungsformat „Zoll@work“ bietet eine Plattform zum Erfahrungsaustausch zum Zoll- und Außenwirtschaftsrecht. Im geschlossenen Kreis diskutieren die Teilnehmer ihre Erfahrungen und Strategien. Sie knüpfen und pflegen Kontakte.

Bei Zoll@work treffen sich Fachleute und diskutieren aktuell für Unternehmen relevante Themen aus den Bereichen Zoll- und Außenwirtschaftsrecht. Foto: Lampa/IHK

Pro Jahr sind mindestens vier Netzwerktreffen an unterschiedlichen Orten und zu unterschiedlichen Themen geplant. Die Teilnehmer entscheiden über die Inhalte. Impulsvorträge und Erfahrungsberichte greifen diese auf und regen die anschließende Diskussion an.

Thema Lieferantenerklärung

Thema des ersten Treffens am 21. Februar 2018 in der IHK Offenbach am Main waren die Lieferantenerklärung und die Hürden in der Praxis bei der Einholung, der Prüfung auf Richtigkeit und der Ausstellung. Die „Lieferantenerklärung für Waren mit Präferenzursprungseigenschaft“ ist eines der am häufigsten ausgestellten Zolldokumente für Warenlieferungen innerhalb der Europäischen Union. Dennoch stellt sie viele Unternehmen vor Probleme. Da die Lieferantenerklärung eigenverantwortlich ausgestellt wird, ist hier mit großer Sorgfalt zu agieren. Sonst drohen zoll-, steuer- und zivilrechtliche Konsequenzen.

Die Lieferantenerklärung gibt Auskunft über den präferenziellen Ursprung einer Ware. Sie dient als Nachweis zur Ausstellung anderer Präferenzpapiere und sorgt somit indirekt bei der Wareneinfuhr in Abkommensstaaten wie der Schweiz für Zollvergünstigungen oder sogar für Zollfreiheit. 2016 ist die altbekannte Verordnung zur Lieferantenerklärung in dem Zollkodex der Europäischen Union (Unionszollkodex – UZK) aufgegangen.

Praxisnähe durchgesetzt

Eine signifikante Änderung war, dass in der Erklärung nicht mehr rückwirkende und zukünftige Lieferungen gemeinsam abgebildet werden konnten. Vielmehr mussten Unternehmen nun zwei Erklärungen ausstellen, eine für zurückliegende und eine für zukünftige Lieferungen. Dies führte zu einem erheblichen bürokratischen Aufwand und zu großen Verunsicherungen. Diese praxisferne Regelung wurde nach zahlreichen Einwänden von Unternehmensverbänden Mitte 2017 wieder geändert. Jetzt reicht erneut nur eine Erklärung aus. Positiv ist hervorzuheben, dass die Lieferantenerklärungen nun auch für 24 Monate ausgestellt werden können. Ob eine Ausstellung über einen solch langen Zeitraum sinnvoll ist, ist im Einzelnen zu prüfen.

Auch Zertifizierungen und Zollprüfungen waren Gegenstand der Zoll@work-Gespräche.

„Zoll@work“

Die ideale Plattform für den Erfahrungsaustausch für Experten im Zoll- und Außenwirtschaftsrecht.

www.ihkof.de/zollnetzwerk

Kontakt:

Brigitte Lampa
Telefon (069) 8207-255
lampa@offenbach.ihk.de