Die Gewinner des „Design to Business“-Förderpreises im Gespräch

Zeitlose Sitzgelegenheit

Tim Besler und Rafael Rico Berti, zwei Studenten der Hochschule für Gestaltung (HfG) Offenbach, Fachbereich Design, und gleichzeitig Gründer des Designbüros „beslerberti“, sind mit ihrem Projekt „MSB – modulare Sitzbank“ die Gewinner des diesjährigen „Design to Business“- Förderpreises der IHK Offenbach am Main.

V.l.n.r.: IHK-Innovationsberater Frank Irmscher, Rafael Rico Berti und Tim Besler vom Unternehmen „beslerberti“, IHK-Präsident Alfred Clouth und IHK-Geschäftsführerin Mirjam Schwan bei der Betrachtung der modularen Sitzbank MSB, die 2016 mit dem „Design to Business“-Förderpreis der IHK Offenbach am Main ausgezeichnet wurde.

Besler und Berti kennen sich lange und nutzen gemeinsam ihre Talente, um technische Produkte, Motorräder, Möbel und Ausstellungen zu gestalten. Ihr Credo lautet: Design mit Herz und Verstand. Das Siegerprojekt ist funktional und puristisch. Im Gespräch mit IHK-Präsident Alfred Clouth, Mirjam Schwan, Geschäftsführerin International, Innovation und Umwelt, und dem IHK-Innovationsberater Frank Irmscher stellten die beiden das Objekt und ihre Zukunftspläne vor.

Wie ist die Idee für die MSB entstanden?

Im Herbst 2015 wurden wir eingeladen, ein Café für die Ausstellung und Lesung „One Million Years“ des Konzeptkünstlers On Kawara in der Goethe-Universität Frankfurt zu gestalten. Im Rahmen dieses Projekts entstanden die ersten Grundzüge für MSB. Uns wurde allerdings schnell klar, dass wir damit den vom Veranstalter vorgegebenen Budget-Rahmen überziehen würden. Nach langem Abwägen haben wir uns dazu entschieden, das Projekt selbst zu finanzieren und konnten somit unserem eigenen Anspruch in der Ausführung gerecht werden. Daraufhin wurden die ersten Sitzbänke produziert und aufgestellt. Das positive Feedback zur Ausstellung beflügelte uns, das Produkt weiterzuentwickeln.

Was macht den Faktor Design bei diesem Projekt aus?

MSB ist einfach, klar und gut handhabbar. Unsere gestalterische Haltung kommt darin voll zum Ausdruck, eine clevere und zurückhaltende Sitzbank, die dem heutigen Lifestyle entspricht. Darüber hinaus spielen für uns die Themen Verantwortung und Nachhaltigkeit im Design eine große Rolle, was man auch bei diesem Produkt sieht: Wir haben auf sparsamen und umweltfreundlichen Materialeinsatz geachtet, lassen in Deutschland produzieren und können für den Versand der Sitzbank an den Kunden mit einem ausgesprochen reduzierten Transportvolumen punkten.

Der „Design to Business“-Förderpreis der IHK Offenbach zeichnet Projekte mit besonderer Marktnähe aus. Wann kann man MSB im Handel kaufen?

Für uns war und ist klar: wir sind an erster Stelle Designer. Nachdem wir bisher mit lokalen Betrieben drei Prototypen-Serien gefertigt hatten, haben wir uns aktiv nach Partnern für Produktion und Vertrieb umgeschaut. Im Anschluss an unsere Beteiligung auf der Internationalen Möbelmesse in Köln im Januar 2016 hatten wir einige Kontakte aus der Branche knüpfen können, welche dann auch zu unserem Produzenten und Vertriebspartner geführt haben. Daraus hat sich nun die Zusammenarbeit mit der SMV Sitz- & Objektmöbel GmbH aus Löhne ergeben. Für Oktober 2016 ist die Markteinführung im Rahmen der Messe Orgatec in Köln geplant. Natürlich können Interessenten die Sitzbank nach wie vor bei uns direkt kaufen. Die Auszeichnung mit dem German Design Awards 2017 und dem „Design to Business“- Förderpreis der IHK Offenbach am Main sehen wir als große Ehre und Bestätigung.

Wer bringt welche Kompetenzen in Ihr gemeinsames Unternehmen ein?

Unsere langjährige Freundschaft ist auch zu einer verlässlichen Partnerschaft geworden, bei der jeder von uns sich gleichermaßen bei allen Themen und Fragestellungen einbringt. Das Design entsteht bei uns, wie alles andere auch, in einem stetigen Diskurs. Kommunikation ist die wichtigste Basis, denn nur so entsteht ein kreativer Prozess, den wir sowohl bei Fragen der Gestaltung als auch bei den vielen neuen, unternehmerischen Herausforderungen immer wieder durchlaufen, um so zu tragfähigen Lösungen zu kommen. Wir sind ein eingespieltes Team.

Wie geht es nach der modularen Sitzbank weiter?

Unser Herz schlägt für das Industrie-Design, die technischen Produkte. Dazu haben wir auch schon einige Ideen, zum Beispiel zum Thema Mobilität und „Transportation Design“, an denen wir aktuell arbeiten. Darüber hinaus möchten wir auch im Möbeldesign weitermachen, denn da gibt es seit MSB bereits konkrete Pläne für neue Projekte.

Herr Besler, Herr Berti, vielen Dank für das Gespräch.

Die Fragen stellte:

Mirjam Schwan

Telefon (069) 8207-251
E-Mail schwan@offenbach.ihk.de