Bestens auf zukünftige Herausforderungen vorbereitet

Wo Unternehmen wachsen und gedeihen

Die Stadt Dietzenbach wirbt unter anderem auf ihrer Internetseite mit dem Slogan „Partner der Wirtschaft“. Der Leiter der Wirtschaftsförderung, Michael Krtsch, berichtet, wie er die Entwicklung der Stadt einschätzt und was Unternehmen vor Ort oder solche, die sich ansiedeln möchten, von ihm und seinem Team erwarten können.

Wirtschaftsförderer Michael Krtsch hat die Interessen der Unternehmen in Dietzenbach im Blick. Foto: Kreisstadt Dietzenbach

Herr Krtsch, Sie leiten seit sieben Jahren die Wirtschaftsförderung in Dietzenbach. Wie hat sich die Stadt in dieser Zeit entwickelt?

Dietzenbach hat sich sehr dynamisch entwickelt. Wir haben seit 2008 einen Zuwachs von 2.163 sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplätzen in Dietzenbach zu verzeichnen, wovon rund 72 Prozent in den vergangenen sieben Jahren entstanden sind. Mit 13.079 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeitsort haben wir derzeitig den Höchststand der wirtschaftlichen Entwicklung in der Kreisstadt erreicht. Ebenfalls haben wir in dem gleichen Zeitraum rd. 130.000 Quadratmeter Gewerbefläche verkauft, davon zirka 85 Prozent in den vergangenen sieben Jahren.

Was waren die wichtigsten Veränderungen?

Bei der Vielzahl der positiven Veränderungen, fällt es schwer zu differenzieren was die wichtigste Veränderung ist. Dietzenbach hat sich in den vergangenen Jahren zum Jobmotor für den Kreis Offenbach entwickelt. Gemeinsam mit Neu-Isenburg haben wir die höchsten Zuwächse zu verzeichnen. Dies ist in Dietzenbach durch Neuansiedlungen sowie durch die Expansion bereits ansässiger Unternehmen entstanden. Ich denke, dass dieses Wachstum stellvertretend für die wichtigste Veränderung gesehen werden kann.

Über welche besonderen Erfolge freuen Sie sich?

Auch hier eine sehr schwierige Entscheidung. Jedes einzelne Projekt hat seine Strahlkraft und Bedeutung für den Wirtschaftsstandort Dietzenbach. Dennoch sind für mich drei Projekte mit besonderer Freude verbunden: 1.) Dass wir all unsere Gewerbegebiete mit Glasfasertechnologie versorgt haben und somit einen Spitzenplatz in Deutschland einnehmen. 2.) Dass Volvo Car Germany, die bereits seit 1965 in Dietzenbach sind, mehr als sieben Millionen Euro in den Standort investieren und mit dem neuen Volvo Car Group Competence Center die Servicezentrale und das Trainingszentrum für Europa bei uns neu bauen. Der schöne positive Nebeneffekt dieser Investition ist, dass sich die Anzahl der Mitarbeiter vervierfacht, von rund 45 auf ungefähr 200. Dies bedeutet weitere, qualitativ sehr hochwertige Arbeitsplätze für Dietzenbach. 3.) Wir arbeiten im Kreis Offenbach auf eine einzigartige Art und Weise zum Vorteil der Unternehmen zusammen. Gemeinsam mit dem Landkreis Offenbach, den 13 Städten im Kreisgebiet, der IHK Offenbach am Main und der Kreishandwerkerschaft haben wir mit der Initiative „Standortplus“ zahlreiche Verbesserungen und Standortvorteile für die Unternehmen schaffen können. Diese Art und Weise der „Coopetition“ (zusammengesetzt aus den englischen Worten cooperation (Zusammenarbeit) und competition (Wettbewerb)) auf Kreisebene ist in Deutschland sicherlich einmalig.

Wenn ein Unternehmer die Wahl hätte, sich in irgendeiner Gemeinde im Rhein-Main-Gebiet anzusiedeln, warum sollte er sich gerade für Dietzenbach entscheiden?

Wir sind der einzige Standort, der derzeitig die kompletten Gewerbegebiete flächendeckend mit Glasfaseranschlüssen ausgebaut hat. Diese digitale Infrastruktur gibt es bei uns seit Ende 2017. Wir haben funktionierende, persönliche Unternehmensnetzwerke und bieten somit jedem Unternehmer die bestmögliche Vernetzung, die in der heutigen Arbeitswelt sicherlich von immensem Vorteil ist. Natürlich profitiert der Unternehmer in Dietzenbach auch von der schnellen Anbindung an den Flughafen Frankfurt und das Autobahnnetz. Wir sind ein Wirtschaftsstandort, der sich kontinuierlich weiterentwickelt, aufgeschlossen für moderne und innovative Themen ist und wo die „Menschlichkeit“, bei allem Wettbewerb und aller Konkurrenz, eine herausragende Rolle spielt.

Für welche Branchen sind die Bedingungen am Standort besonders gut?

Die Bedingungen am Standort sind für jede Branche sehr gut. Unsere Top 3 der Wirtschaftszweige, bezogen auf das Arbeitsplatzwachstum der vergangenen zehn Jahre, sind das Verarbeitende Gewerbe, das Baugewerbe und die Informations- und Kommunikationstechnik. Letztlich freuen wir uns über jedes Unternehmen, welches Arbeitsplätze schafft, Gewerbesteuer zahlt und innovativ agiert.

Gibt es Unternehmerwünsche, die Sie schwer oder gar nicht erfüllen können?

Wir haben bisher alle Wünsche der Unternehmen erfüllen können. Sicherlich ist dies auch immer ein Prozess von „Geben“ und „Nehmen“. Sollten wir aber tatsächlich mal in die Lage kommen, einen Wunsch nicht erfüllen zu können, so werden wir bestimmt jemanden finden, der den Wunsch des Unternehmens erfüllen kann. Oder wir werden im Dialog mit dem Unternehmer eine passgenaue Alternative finden.

Welchen Herausforderungen muss sich Dietzenbach noch stellen?

Dietzenbach ist, wie alle anderen Städte auch, im globalen Wettbewerb. Hier gilt es, wachsam und aufmerksam zu sein, die Veränderungen frühzeitig zuerkennen, selber Akzente zu setzen und dabei nachhaltig, im Sinne von einer guten Balance zwischen Natur, Wirtschaft und Menschlichkeit, zu handeln.

Wie sehen Sie die Zukunft Ihrer Stadt?

Basierend auf der bisherigen, sehr dynamischen und qualitativen Entwicklung, schaue ich sehr positiv in die Zukunft. Es ist uns in den vergangenen Jahren gelungen, neue Unternehmen anzusiedeln und bereits ansässigen Unternehmen den Raum zur Weiterentwicklung zu geben. Wir haben einen ausgewogenen Branchenmix in der Unternehmenslandschaft und unser Standort ist von der Infrastruktur (S-Bahn, Autobahn, Bundesstraße und digitale Infrastruktur) bestens ausgestattet. Ich denke, wir sind gut vorbereitet auf die Herausforderungen der Zukunft und es wird uns gelingen, auch weiterhin einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten, dass der Wirtschaftsraum Kreis Offenbach auch weiterhin zu den Top 3 in Hessen zählt.

Die Fragen stellte:

Birgit Arens-Dürr
Telefon (069) 8207-248
arens@offenbach.ihk.de