Flexibel im Ostkreis unterwegs

Wo kein Bus fährt, kommt der Hopper

Wo Bus und Bahn selten oder kaum fahren, bietet die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mbH (kvgOF) seit Juli 2019 einen zusätzlichen Service: das Sammeltaxi Hopper.

Im Ostkreis schließt das Sammeltaxi Hopper Lücken im ÖPNV. Foto: pineda-fotografie

Smartphone zücken, Hopper-App starten und die individuelle Fahrt buchen: So schnell und einfach lässt sich die Mobilität mit dem Hopper organisieren, beschreibt es die kvgOF. Das Sammeltaxi ist in Seligenstadt, Mainhausen, Hainburg sowie in Klein-Auheim verfügbar. Zudem ist der Hanauer Hauptbahnhof in das Betriebsgebiet eingebunden. Der Hopper bedient also zunächst den Ostkreis im Kreis Offenbach sowie Teilbereiche der Stadt Hanau und verhilft den Menschen dort zu mehr Flexibilität und Mobilität. Da sich Passagiere mit ähnlichem Ziel die Fahrt teilen, werden die Straßen entlastet, Ressourcen eingespart und die Umwelt geschont. Der Hopper ist von Montag bis Sonntag zwischen 5:30 Uhr und 1:30 Uhr buchbar, auch an Feiertagen und selbst in Corona-Zeiten.

Zuverlässig dank klarer Regeln

Damit der Service reibungslos funktionieren kann, gibt es einige Spielregeln. Der Fahrgast registriert sich normalerweise mit Namen und E-Mail über die Hopper-App auf seinem Handy. Eine telefonische Registrierung und Buchung wird ebenfalls angeboten.

Wer einen Fahrtwunsch hat, gibt Abhol- und Zielort an und lässt sich per App zur nächstgelegenen Haltestelle führen. Ein hinterlegtes System sammelt Anfragen, analysiert und verknüpft die Fahrtwünsche mehrerer Personen. Auf dieser Grundlage ermittelt es die optimale Route. Um Verzögerungen im Betriebsablauf zu vermeiden, müssen die Nutzer pünktlich an ihrem ausgewählten Starthaltepunkt bereitstehen. Wer gebucht hat und nicht erscheint, zahlt dennoch. Die Mitnahme von Gepäck ist eingeschränkt. Tiere werden aus Rücksicht auf andere Mitfahrer nicht transportiert. Einige der eingesetzten Fahrzeuge sind barrierefrei.

Der Fahrpreis setzt sich variabel aus einem Grundpreis (1,60 Euro), einem Komfortzuschlag (1,00 Euro) sowie einer entfernungsabhängigen Pauschale (0,20 Euro/km) zusammen. Erwachsene bezahlen für eine Fahrt 2,60 Euro bis zu einer Fahrtdistanz von zwei Kilometern rund um den Haltepunkt. Für Strecken über diese Distanz hinaus werden pro angefangenen Kilometer 0,20 Euro zusätzlich berechnet. Ermäßigungen gibt es unter anderem für RMV-Zeitkarten-Inhaber und Kinder. Die Bezahlung erfolgt bargeldlos per Kreditkarte, PayPal oder EC-Karte.

Neue Kunden gewonnen

Im Februar berichtete die kvgOF, dass mittlerweile mehr als 7.000 Menschen monatlich das Angebot nutzen. Nach einer Kundenbefragung gibt es seit März die Möglichkeit zur Vorausbuchung mit Angabe der gewünschten Abhol- beziehungsweise Ankunftszeit. „Gerade für Pendler ist es wichtig zu wissen, dass sie ihren Anschluss zur S-Bahn oder zum Zug erreichen können”, erklärt Andreas Maatz, Geschäftsführer der kvgOF. Einen minimalen Zeitpuffer für den Zustieg weiterer Passagiere rechne das System eigenständig ein.

Die Befragung hat ergeben, dass 47 Prozent der Nutzer des Angebots zwischen 18 und 35 Jahren alt sind. „Mit dem Hopper konnten wir viele Neukunden für den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) gewinnen“, sagt Maatz und berichtet von Überlegungen, weitere Städte einzubeziehen.

www.kvgof-hopper.de