Willkommen in der Zukunft

Wie hätten Sie vor zehn Jahren reagiert, wenn Sie erfahren hätten, dass in Japan bei den Kommunalwahlen 2019 erstmals künstlich intelligente Kandidaten aufgestellt werden sollen?

Fakt ist, in Japan steht man derzeit vor richtungsweisenden Entscheidungen in Bezug auf den Einsatz von künstlicher Intelligenz (KI) in Politik und Wirtschaft. Auch in China und den USA werden aktuell globale technologische Maßstäbe im Themenfeld KI gesetzt.

In Deutschland hat die Bundesregierung im November 2018 einen KI-Plan inklusive Investitionsvorhaben von drei Milliarden Euro vorgestellt. Nach Einschätzung von Fachleuten ist dies zumindest ein Anfang. Diese Mittel reichen aber allenfalls aus, um in Europa führend zu sein. Für die globale Liga sind die Pläne jedoch viel zu kurz gegriffen. Es fehlt hierzulande bisweilen nicht nur an der entsprechenden Offenheit und Schnelligkeit, sondern auch an attraktiven Anreizen, damit Digitalisierung und KI tatsächlich in Anwendung kommen.

Es reicht nicht aus, wenn unsere Bundesministerin für Bildung und Forschung im Rahmen der Hightech-Strategie 2025 insbesondere für kleine und mittelständische Unternehmen verspricht, dass diesen „eine bessere Verbindung zu weltweiten Wissensflüssen und Wertschöpfungsketten“ vermittelt und die Entwicklung digitaler Innovationen und Geschäftsmodelle vorangetrieben werden sollen.

Die IHK Offenbach am Main fordert daher nicht erst jetzt, innovationsfreundlichere Rahmenbedingungen, mehr Vernetzung von Wirtschaft und Wissenschaft, die konsequente Förderung disruptiver Innovationen und die Nutzung zukunftsweisender Design-Kompetenzen voranzutreiben. Hinzu kommt das klare Petitum: weniger lähmende Bürokratie in allen Feldern unternehmerischen Handelns. Und: Deutschland muss bei der digitalen Infrastruktur endlich zur Weltspitze aufschließen!

Wenn es nach dem japanischen IT-Pionier Michihito Matsuda geht, wären mit künstlich intelligenten Politikern wahrscheinlich einige unserer Forderungen schon längst überflüssig. KI hätte die beste Entscheidung für die Zukunft und das Gemeinwohl längst getroffen!

Ihre

Mirjam Schwan

Mirjam Schwan ist Geschäftsführerin International, Innovation und Umweltin der IHK Offenbach am Main.
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