Werbung über Messenger:
Was Unternehmen beachten müssen

Die direkte Kontaktaufnahme zum Kunden hat viele Vorteile. Allerdings müssen rechtliche Vorschriften eingehalten werden.

Steffen Ball, Geschäftsführer der Ballcom GmbH aus Heusenstamm, moderierte den Hessischen Stadtmarketingtag. Foto Hanau Marketing GmbH/Reinhard Paul.

Der direkte Draht zum Kunden – Messengerdienste wie Facebook Messenger oder WhatsApp Business versprechen eine hohe Werbewirkung und verbessern zudem den Kundenservice. Auch kleine und mittlere Unternehmen können die Möglichkeiten nutzen, auf diese Weise mit ihren Kunden in Kontakt zu treten. Einige rechtliche Bedingungen vor allem zum Datenschutz sollten allerdings beachtet werden.

Beispiel WhatsApp: „WhatsApp-Nachrichten sind rechtlich gesehen elektronische Post“, erklärt die Wirtschaftsjuristin Gabriele Weintz. „Sie dürfen nur dann gesendet werden, wenn der Empfänger in den Erhalt solcher Nachrichten ausdrücklich und nach umfänglicher Information eingewilligt hat.“ Außerdem müssen die Kunden darüber aufgeklärt werden, dass und wie sie den Service wieder abbestellen können. Den Facebook Messenger können Unternehmen etwas unkomplizierter anbieten, da die Kontaktaufnahme zur Nutzung des Dienstes ohnehin durch den Kunden erfolgt.

Seit diesem Jahr greifen viele Unternehmen auch auf den speziellen Service „WhatsApp Business“ zurück. Vorteil für den Kunden: Laut WhatsApp ist es für ihn deutlich schneller und einfacher, mit einem Unternehmen im Chat zu kommunizieren als telefonisch oder per E-Mail. Neben vielen kleineren Betrieben nutzen auch weltweit aktive Unternehmen wie die Fluglinien Singapore Airlines und KLM den Dienst bereits. Die Installation der dazu notwendigen Schnittstelle kostet Unternehmen nichts. Live-Benachrichtigungen, sogenannte „Notifications“, müssen dagegen bezahlt werden.

Wie WhatsApp-COO Matt Idema zu dem neuen Angebot mitteilte, müssen die Anwender auch hier der Kommunikation ausdrücklich zustimmen. Die Regelungen der neuen EU-Datenschutz-Grundverordnung würden strikt eingehalten. Zum Datenschutz hieß es, WhatsApp selbst erhalte keinerlei Kenntnis von den Inhalten der Nachrichten. Kunden könnten den Kontakt zu Firmen jederzeit wieder abbrechen, indem sie den Absender per Klick blockieren.

Unternehmen sollten bei jeder Nutzung von Messengerdiensten zu Werbezwecken bedenken, dass der Aufwand zur Pflege der Empfängerlisten mit zunehmendem Umfang enorm steigen kann. Inzwischen kann man aber auf kommerzielle Dienstleis-
ter zurückgreifen, die sich beispielsweise um das komplette Facebook-Marketing oder die Betreuung von WhatsApp-Diens-
ten kümmern.