Betreuungssituation verbessern!

Wer kümmert sich um die Kinder?

Der Fachkräftemangel macht die Kinderbetreuung zu einem wichtigen Wirtschaftsfaktor. Eine Studie zur Lage in der Region bringt zutage, wo gehandelt werden muss.

Nur wenn Eltern wissen, dass es ihren Kindern gut geht, können sie sich ganz auf ihre Arbeit konzentrieren. / Foto: Stock.adobe – orange-studio.pro

„Ich würde gerne arbeiten, aber ich habe keinen Krippenplatz für mein Kind bekommen“, so lautet ein Satz, der in der Metropolregion FrankfurtRheinMain (FRM) zu häufig fällt. Er nennt einen der Gründe für den Fachkräftemangel, der inzwischen viele Unternehmen in ihrer Entwicklung gefährdet. Nur wenn das Angebot an Betreuungsplätzen ausreicht, können alle Fachkräfte am Arbeitsmarkt teilhaben. Das erfordert Investitionen in regionale Betreuungsangebote, von denen Eltern, Kinder, Unternehmen und Kommunen profitieren.

Unter die Lupe genommen

Die IHK Offenbach am Main hat mit der IHK Frankfurt am Main und der Initiative Perform die Situation in den Kindertageseinrichtungen in FRM bewertet. Grundlagen waren die amtliche Statistik und die Antworten von Kita-Leitungen, die im Rahmen der Studie befragt wurden.

Die Daten zeigen, dass sich die Situation seit 2014 insgesamt verbessert hat. In der Altersgruppe unter drei Jahren konnte im Jahr 2018 etwa jedes dritte Kind in einer Kindertageseinrichtung betreut werden (Betreuungsquote: 30,9 Prozent). Auf einen solchen Platz für Kleinkinder kommen in der Metropolregion nahezu drei Betreuungsplätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren. Die Betreuungsquote von 92,7 Prozent im Jahr 2018 ist jedoch im Vergleich zu 2014 leicht rückläufig. Das entspricht aktuell in beiden Altersgruppen in etwa dem Landes- und Bundesdurchschnitt. In der Region Offenbach fallen die Quoten für das Jahr 2018 und die Entwicklung im Vergleich zu 2014 schwächer aus. In der Stadt Offenbach werden 25,6 Prozent (2014: 26 Prozent) der unter Dreijährigen betreut, im Kreis Offenbach nur 23,7 Prozent (2014: 22,4 Prozent). In der Altersgruppe drei bis sechs Jahre liegen die Quoten bei 85,2 Prozent (2014: 87,3 Prozent) in der Stadt Offenbach und bei 90,6 Prozent (2014: 93 Prozent) im Kreis Offenbach.

Die Umfrage unter den Leiterinnen und Leitern der Einrichtungen offenbarte, dass es nicht ausreicht, mehr Kita-Plätze zu schaffen. Es geht auch darum, den Fachkräftemangel in den Einrichtungen selbst zu mildern. Sprich: Die Arbeitsbedingungen müssen besser werden, damit mehr Menschen dort tätig sein wollen.

Die vorhandenen Angebote werden dem Berufsalltag von Eltern oft nicht gerecht: Es gibt immer noch lange Wartelisten, die Öffnungszeiten sind zu kurz und die Ferienschließungen so lang, dass sie mit dem Urlaubsanspruch vieler Beschäftigter nicht abzudecken sind. Außerdem richtet sich der Fokus meist auf den Wohnort. Könnten Kinder auch am Arbeitsort eines Elternteils betreut werden, wäre die Situation deutlich flexibler und entspannter.

Kommunen brauchen Hilfe

Die Politik muss also Anreize und Möglichkeiten für mehr Betreuungsplätze, flexible Öffnungszeiten, wohnortunabhängige Angebote und eine zuverlässige Notbetreuung in Krisenzeiten schaffen.

Kommunen können diese Aufgaben nur mit Unterstützung von Bund und Land bewältigen und finanzieren. Gleichzeitig muss die Ausbildung zum Erzieher attraktiver und einfacher werden, damit sich mehr Menschen für den Beruf entscheiden. Denn wie in den Unternehmen gilt auch in den Kitas: Ohne Fachkräfte kann der Betrieb nicht aufrechterhalten werden.

www.ihkof.de/kitastudie

Kontakt

Hannah Sudholt
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