Region Offenbach weiter spitze in Hessen

Wer einen sicheren Job hat, gründet nicht

Das Gründungsgeschehen in der Region Offenbach zeichnet sich nach wie vor durch rege Intensität aus.

2018 sind die Gewerbeanmeldungen in der Region leicht zurückgegangen. Grafik/Quelle: Hessisches Statistisches Landesamt

„In sieben Kommunen im Kreis übersteigt die Anzahl der Gründungen die Geschäftsaufgaben. Damit ist auch in Zeiten insgesamt rückläufiger Existenzgründungen die Region Offenbach hessenweit vorn und hat eine tragende Rolle bei der Entwicklung des Rhein-Main-Gebiets zu einer Gründer-Hochburg innerhalb Deutschlands“, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner.

Leichter Rückgang

Allerdings zeigen die aktuellen Zahlen im Vergleich zum Vorjahr einen leichten Rückgang bei den Gewerbeanmeldungen. Sie liegen damit im Bundestrend. „2018 wurden im Offenbacher IHK-Bezirk 6.113 Gewerbe an- und 6.245 abgemeldet. Im Vorjahr waren es 6.331 Anmeldungen und 6.170 Abmeldungen. Ein Rückgang von 3,4 Prozent bei den Gewerbeanmeldungen. Hauptgrund hierfür dürfte die positive Arbeitsmarktentwicklung sein. Mit einem sicheren Job wagen nur wenige den Sprung ins Unternehmertum“, sagt Weinbrenner.

Mit 1.740 Gewerbeanmeldungen sind die unternehmensbezogenen Dienstleistungen wie Marketing oder Gebäudeservices wieder Spitzenreiter. Hauptgrund dürfte die zunehmende Verzahnung von Industrie und Dienstleistungen sein. Am zweithäufigsten wurden Gewerbe im Bausektor (1.291) angemeldet. Auf Platz drei (1.074) liegt der Handel.

Mehr Männer gründen

„Der typische Gründer in der Region
Offenbach ist 30 Jahre alt und männlich. Der Anteil der Männer liegt mit 70 Prozent deutlich über dem Anteil der weiblichen Gründer“, erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer. Die kulturelle Vielfalt der Region spiegelt sich ebenfalls in den Existenzgründungen wider: 74 verschiedene Staatsangehörigkeiten lassen sich feststellen. Die Gewerbeanmeldungen teilen sich ungefähr zur Hälfte in ausländische (44 Prozent) und deutsche (56 Prozent) Gründungen auf. Insbesondere Mittel- und Südosteuropäer sind häufig vertreten.

„Es sind zwei Trends bei Existenzgründungen zu beobachten: Zum einen hält der Trend zu weniger Existenzgründungen an, auch wenn er sich im Gegensatz zum Vorjahr etwas abgeschwächt hat. Zum anderen sind Gründer, die sich bei der IHK beraten lassen, vielfach besser vorbereitet als in der Vergangenheit. Speziellere und konkret auf die Geschäftsidee abgestimmte Beratungen werden immer stärker nachgefragt“, berichtet Weinbrenner.

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