Ausblick auf das Jahressteuergesetz 2019

Weniger Steuern, mehr Verpflegung

Der Bundestag hat eine Reihe von steuerlichen Änderungen angeregt. Zum Beispiel sollen für Elektro-Dienstwagen weniger Steuern anfallen und die steuerfreien Verpflegungspauschalen auf Dienstreisen steigen. Alle Pläne sind im „Gesetzentwurf zur weiteren steuerlichen Förderung der Elektromobilität und zur Änderung weiterer steuerlicher Vorschriften“ zusammengefasst. Im Rahmen des Jahressteuergesetzes 2019 treten sie aber erst nach Zustimmung des Bundesrates in Kraft.

Das Jahressteuergesetz 2019 setzt einen Fokus auf die Förderung der E-Mobilität. Foto: Picture-Factory – Fotolia

Sowohl für Elektrodienstwagen als auch für extern aufladbare Hybridfahrzeuge soll bis Ende 2030 nur ein Viertel des sonst angesetzten Betrages als geldwerter Vorteil versteuert werden müssen. Unternehmer, die Elektrofahrzeuge für ihre Betriebsflotte anschaffen, dürfen auf Sonderabschreibungen hoffen. Private E-Fahrzeuge sollen langfristig weiter im Betrieb des Arbeitgebers steuerfrei geladen werden können. Auch das vom Arbeitgeber gestellte Dienstfahrrad bleibt steuerfrei. Das Jobticket wird pauschal besteuert und hat auf die Entfernungspauschale keinen Einfluss.

Unterwegs mehr Geld

Lastwagenfahrer sollen zukünftig steuerfrei pauschal acht Euro je Arbeitstag bekommen. Die Verpflegungspauschalen für Dienstreisen steigen von 24 auf 28 Euro, beziehungsweise von zwölf auf 14 Euro. Auch neu: Zuschüsse des Arbeitgebers zur Weiterbildung sollen nicht mehr als Lohn oder geldwerter Vorteil betrachtet werden, wenn sie förderlich für die allgemeine Beschäftigungsfähigkeit sind. Außerdem dürfen Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern weiterhin bis zu 44 Euro im Monat steuerfrei an Sachbezügen (zum Beispiel Gutscheine und Geldkarten) zukommen lassen. Allerdings müssen diese zusätzlich zum geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden. Geldkarten dürfen keine Barzahlungsfunktion haben oder in Geld umgewandelt werden können.

Bessere Rahmenbedingungen für Mitarbeiterwohnungen sind außerdem vorgesehen: Ein Bewertungsabschlag vom ortsüblichen Mietwert ist geplant. Wenn die gezahlte Miete nicht weniger als zwei Drittel des ortsüblichen Mietwerts beträgt, soll der Arbeitnehmer keinen geldwerten Vorteil versteuern müssen.

EU lässt grüßen

Weiterhin werden die sogenannten Quick Fixes, das heißt dringend umsetzungsbedürftige Maßnahmen im Rahmen des EU-Mehrwertsteuersystems, umgesetzt. Dies betrifft insbesondere die Direktlieferung über ein Konsignationslager (Einführung einer Vereinfachungsregelung), Reihengeschäfte (gesetzliche Regelung, inklusive Drittlandsfälle und innergemeinschaftliche Lieferungen), Umsatzsteuer-Identifikationsnummer und korrekte zusammenfassende Meldung als Voraussetzung der Steuerfreiheit.

Zurückgezogen hat die Koalition die umstrittene Neuregelung der umsatzsteuerlichen Behandlung von Bildungsleistungen. Es kommt vorerst zu keiner Neureglung. Nicht mehr im Gesetz enthalten ist die Ergänzung des § 20 Abs. 2 S. 3 Einkommensteuergesetz (EStG) zur Klarstellung, dass insbesondere der durch den Ausfall einer Kapitalforderung oder die Ausbuchung einer Aktie entstandene Verlust steuerlich unbeachtlich ist.

Kontakt:

Marianna Kartziou
Telefon (069) 8207-222
kartziou@offenbach.ihk.de