PSD2 – neue Regulierung zum Zahlungsverkehr

Was ist jetzt anders beim Bezahlen im Internet?

Am 14. September 2019 trat mit der europäischen Payment Services Directive 2 (PSD 2) eine neue regulatorische EU-Richtlinie, mit neuen Anforderungen für Zahlungsdienste und Zahlungsdienstleister, in Kraft. Ziel der bereits im Oktober 2015 verabschiedeten Richtlinie ist neben der Erhöhung der Sicherheit im Zahlungsverkehr die Stärkung des Verbraucherschutzes.

Dank PSD 2 werden Zahlungsvorgänge im Internet sicherer, aber nicht unkomplizierter. Foto: mrmohock – stock.adobe.com

Seit dem Stichtag ist eine starke Kundenauthentifizierung (Strong Customer Authentication, kurz SCA) bei Online-Zahlungen Pflicht. Zahlungen, die ab diesem Tag nicht den PSD2-Regelungen entsprechen, könnten von Banken im Europäischen Wirtschaftsraum nicht mehr akzeptiert werden. Dies gilt sowohl für Endkunden- als auch für Geschäftskunden-Zahlungen.

Was bedeutet „starke Kundenauthentifizierung“?

Die SCA wird von den Zahlungsanbietern durch eine Zwei-Faktor-Authentifizierung umgesetzt. Dies kann, abhängig vom Zahlungsanbieter, zum Beispiel über eine TAN, Spracherkennung, Fingerabdruck oder eine andere biometrische Erkennung erfolgen. Dies gilt auch für das Bezahlen mit Kreditkarte im Internet. Reichte es bisher aus, neben der Kreditkartennummer das Ablaufdatum und die Prüfziffer auf der Rückseite einzugeben, ist jetzt die Eingabe eines Passworts oder einer TAN notwendig.

Gibt es Ausnahmen?

  • Wenn der Betrag von 30 EUR nicht überschritten wird und alle Transaktionen seit der letzten Anwendung der SCA zusammen 100 Euro nicht überschreiten und nicht mehr als fünf Zahlungen ohne Anwendung der SCA getätigt werden, ist keine SCA notwendig.
  • Bei Zahlungen im B2B-Bereich sind Ausnahmen vorgesehen.
  • Für Kunden gibt es die Möglichkeit, bei ihrer Bank eine sogenannte Whitelist (eine Liste von vertrauenswürdigen Zahlungsempfängern) anzulegen und so bei den gelisteten Unternehmen keine SCA durchlaufen zu müssen.
  • Eine Übersicht über alle Ausnahmen gibt es auf https://eur-lex.europa.eu/

Was sollen Online-Händler tun?

Die Bereitstellung der SCA-Prozesse erfolgt in der Regel über Zahlungsdienstleister und deren Systeme. Für die Umstellung der SCA sprechen Online-Händler – falls sie es nicht schon getan haben – mit ihrem Zahlungsdienstleister, den sie für ihren Online-Shop nutzen, und informieren ihre Internetagentur. Sollte die SCA dennoch Probleme im Online-Shop hervorrufen, entstehen möglicherweise Kosten für individuelle Anpassungen. Auch hier sind der Zahlungsanbieter und die Agentur die richtigen Ansprechpartner.


Checkliste für Online-Händler:

  • Hat Ihr Zahlungsanbieter Sie über die neuen Anforderungen und Änderungen im Zahlungsprozess informiert? E-Mails checken!
  • Sprechen Sie Ihren Zahlungsanbieter zur EU-Richtlinie an und fragen Sie ihn, inwieweit Sie davon betroffen sind.
  • Informieren Sie Ihre Internetagentur, damit alles reibungslos funktioniert und Sie die Kosten im Blick behalten, die der Änderungsprozess möglicherweise verursacht.
Kontakt:

Hartwig Göttlicher
Telefon (069) 299 219 5-0
hartwig.goettlicher@sitewards.com
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