Der IHK-Konjunkturklimaindex für die Region Offenbach steigt von 93,2 Punkten auf einen Wert von 102,2 Punkten. Er gibt die subjektive Einschätzung der aktuellen Geschäftslage und der Erwartungen der Unternehmen wieder und kann Werte zwischen 0 und 200 annehmen. Je höher er ist, desto besser ist das konjunkturelle Klima. Der zehnjährige Durchschnitt liegt aktuell bei 115,7 Punkten.

Obwohl für einige Branchen wie den Einzelhandel, die körpernahen Dienstleister, Veranstalter oder das Tourismus- und Gastgewerbe die Durststrecke weiter anhält, solange der Lockdown andauert, keimt Hoffnung. Die dritte Welle der Pandemie schwächt sich ab und bei den Impfungen werden Fortschritte erzielt. Wichtige Abnehmer deutscher Produkte und Dienstleistungen – zum Beispiel in China und den USA – befinden sich schon mitten im wirtschaftlichen Aufholprozess. Entsprechend nimmt der Welthandel Fahrt auf. Gleichzeitig haben die Deutschen Geld angespart. Das kann zumindest teilweise zu Nachholprozessen beim privaten Konsum führen. 

Dennoch schränkt IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner ein: „Für den weiteren Konjunkturverlauf bestehen noch erhebliche Unsicherheiten und Risiken. Es ist unklar, wann es Lockerungen gibt und in welcher Form. Daneben leidet das produzierende Gewerbe teilweise unter einem Mangel an Rohstoffen und Vorprodukten.“ Die größten Risiken für die Entwicklung des eigenen Unternehmens sehen die Befragten zu 61 Prozent in den wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen, zu 55 Prozent bei der Inlandsnachfrage, zu 35 Prozent beim Fachkräftemangel, zu 30 Prozent bei den Arbeitskosten und zu 27 Prozent bei den Energie- und Rohstoffpreisen. Insbesondere die drei  letztgenannten Risiken erscheinen ihnen derzeit gravierender als zu Jahresbeginn. 

Viele Unternehmen äußern sich unzufrieden mit dem aktuellen politischen Handeln. Im Fokus stehen das Corona-Krisenmanagement und die überbordende Bürokratie. Zudem gibt es Befürchtungen, dass das wirtschaftliche Umfeld nach der Bundestagswahl durch eine noch höhere Regulierungsdichte sowie mehr Abgaben und Steuern belastet wird. 

Für Weinbrenner lassen sich aus diesen Kritikpunkten Ansprüche an die nächste Bundesregierung formulieren: „Weniger Bürokratie und dirigistische staatliche Eingriffe im Markt, dafür klare, verlässliche Rahmenbedingungen und Freiräume, damit sich Unternehmen auf ihr Kerngeschäft konzentrieren und innovativ entwickeln können. Die zentralen Zukunftsfelder sind Digitalisierung, Klimaschutz und Nachhaltigkeit sowie Bildung.“ 

Zur aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Offenbach am Main:
www.ihkof.de/konjunktur