Kooperation ist ein Schlüssel zu besserer Mobilität

Vom Wunsch zur Wirklichkeit

Ein gemeinsames Mobilitätsentwicklungskonzept für die Region Frankfurt-Rhein-Main (FRM) verbessert die Lebensqualität, schenkt Zeit und stärkt den Wirtschaftsstandort.

Wenn alle Beteiligten zusammen ein Konzept für die Mobilität in der Region entwickeln, stehen die Chancen gut, dass wir bald in kürzerer Zeit und stressfreier unterwegs sind. / Foto: j-mel – stock.adobe.com

Noch träumen wir davon: Unabhängig von der Verkehrsmittelwahl ist Mobilität in FRM einfach, zuverlässig, nahtlos und effizient. Fahrpläne sind aufeinander abgestimmt. Alle Verkehrsangebote sind miteinander verknüpft.

Die Azubis aus dem Gewerbegebiet fahren mit dem Leihfahrrad sicher, zügig und umweltfreundlich zur nächsten Bahnstation. Der Pendler aus dem ländlichen Raum stellt sein E-Auto an der Mobilitätsstation ab und fährt mit dem Zug auf direktem Weg, ohne die Frankfurter Innenstadt zu passieren, in den Kreis Offenbach. Auf dem Rückweg holt er an der Mobilitätsstation sein Paket ab und gelangt ohne Stau nach Hause. Nachdem der Berufskraftfahrer seinen Lkw mit Wasserstoff betankt und an der Rastanlage sicher geparkt hat, verbringt er seine Ruhezeit mit einem Spaziergang durch die nächstgelegene Innenstadt. Dahin bringt ihn ein kleiner, per App bestellter Bus schnell und flexibel.
Das Leihfahrrad, der Strom an der Ladesäule, das Taxi oder die Fahrkarte im ÖPNV – alles wird über das gleiche System bezahlt. Die Zeit, die wir brauchen, um zum Arbeitsplatz, zum Einkaufen oder zu den Freizeitaktivitäten zu gelangen, wird auf ein Minimum verkürzt. Staus und Verspätungen gehören der Vergangenheit an. Informationen sind aktuell verfügbar, Preise attraktiv. Mobilität ist grün, effizient und macht Spaß.

Vision muss real werden

Aktuell sieht es an vielen Stellen noch ganz anders aus. Staus, fehlende Stellplätze, Zugausfälle, mangelnde Informationen. Aber wie kann es gelingen, die Verkehrsinfrastruktur maßgeblich zu optimieren und Angebote besser in Einklang zu bringen?

Es gibt viele einzelne Aktivitäten, die bereits in die richtige Richtung gehen. In Neu-Isenburg wird eine Mobilitätsstation geplant. Mit der Regionaltangente West wird westlich von Frankfurt eine neue Bahnlinie geschaffen. In einer Machbarkeitsstudie werden Seilbahnen und tangentiale Schienenverkehre, also Verbindungen, die an bebauten Gebieten vorbeiführen, untersucht. Im Osten des Kreises Offenbach fährt mit dem „Hopper“ das erste „On-demand-Angebot“ durch drei Kommunen: Der Kleinbus wird über eine App gerufen. Mehrere Fahrgäste können an unterschiedlichen Stationen einsteigen und gemeinsam fahren. Und die Stadt Offenbach stärkt das Fahrradnetz auf den Nebenstraßen und erschließt Wege zu den Nachbar-
kommunen.

Doch all diese Anstrengungen alleine werden nicht reichen, um bestehende Mängel zu beseitigen und eine zukunftsfähige Mobilität zu gewährleisten. Die Planung der Verkehrsinfrastruktur ist zum einen stark durch sektorales Denken geprägt. Autoverkehr, Schienen, Busse und Fahrradwege werden separat voneinander betrachtet. Zum anderen scheitern Projekte an kommunalen Interessen, die sich widersprechen, manche daran, dass nicht länderübergreifend geplant wird oder dass ein langfristiger politischer Konsens fehlt.

Die Herausforderungen sind riesig. Um sie zu meistern, werden nicht nur ausreichende finanzielle Mittel benötigt. Darüber hinaus müssen Projekte schneller geplant und realisiert werden. Die Zusammenarbeit muss besser werden. In einem länder- und verkehrsträgerübergreifenden Mobilitätsentwicklungskonzept sollten die zentralen Akteure gemeinsam einen wegweisenden und umsetzungsorientierten Plan erarbeiten. Aufeinander abgestimmte und priorisierte Verkehrsprojekte, kurz- und langfristige Maßnahmen, die im Konsens zügig verwirklicht werden, sind gefragt. Gleichzeitig steigt mit dem Blick aufs große Ganze die Akzeptanz für einzelne Schritte in den Kommunen.

Kontakt

Judith Müller
Telefon 069 8207-250
mueller@offenbach.ihk.de