Fünf Fragen an den neu gewählten ARGE-Vorsitzenden Eberhard Flammer

„Vertrauen und Respekt verdienen“

Eberhard Flammer ist Geschäftsführer der Elkamet Kunststofftechnik GmbH in Biedenkopf, Präsident der IHK Lahn-Dill und neu gewählter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs (ARGE). Unsere Redaktion befragte ihn zu seinem neuen Ehrenamt.

Herr Flammer, in Ihrer Antrittsrede nach der Wahl zum ARGE-Vorsitzenden haben Sie das Prinzip der Subsidiarität betont. Was bedeutet das für die hessische Kammerlandschaft?

Flammer: Das Prinzip der Subsidiarität legt nahe, dass die ARGE nur das tut, was die zehn hessischen Kammern vor Ort nicht mit der gleichen Zugkraft leisten können – und das meiste können die Kammern vor Ort am besten. Denn hier sind die Fachleute, hier kennt man die regionalen Besonderheiten naturgemäß am besten.

Welche Aufgaben bleiben dann für die ARGE?

Flammer: Die ARGE ist kein abstraktes Gebilde, sondern der Schulterschluss der zehn Kammern, um deren Interessen zu bündeln und gegenüber der hessischen Landesregierung sowie der hessischen Verwaltungsebene wirkungsvoll zu vertreten. Das geschieht in der bewährten Weise der Zusammenarbeit, dass jede der hessischen Kammern bestimmte Themenfelder wie Verkehr, Umwelt, Ausbildung, Steuern fachlich federführend aufarbeitet, die dann gemeinsam auf Landesebene vertreten werden. Bei unserer Arbeit gilt es, jeden Tag aufs Neue um das öffentliche Vertrauen zu werben und den Vorbildcharakter unserer Verantwortungsträger in Unternehmen und Organisationen sehr ernst zu nehmen.

Was haben Sie sich für die ersten 100 Tage Ihrer Amtszeit vorgenommen?

Flammer: Als Vorsitzender der ARGE bin ich Teil einer engagierten und kreativen Arbeitsgruppe. Wir können unsere Aufgaben nur dann erfolgreich angehen, wenn unser Zusammenschluss durch ein breites ehrenamtliches Fundament getragen wird. Es gilt zunächst also, die Wünsche und Bedürfnisse der einzelnen Kammern mit ihrem jeweiligen Hauptamt und den Präsidien kennenzulernen, die gemeinsamen Themen zu sammeln, zu prüfen und später vielleicht auch zu justieren. Parallel laufen natürlich schon die Antrittsbesuche bei den maßgeblichen hessischen Funktions- und Mandatsträgern.

Wo stecken die größten Herausforderungen?

Flammer: Die größte Herausforderung betrifft nicht nur die ARGE allein, sondern das gesamte Kammerwesen: Es muss uns gelingen, auf allen Ebenen Akzeptanz für das Prinzip der Selbstverwaltung der Wirtschaft zu schaffen und zu erhalten. Denn Unternehmerinnen und Unternehmer wissen selbst am besten, was gut für ihre Betriebe, ihr Wirtschaften ist.

Welche Voraussetzungen sind dafür notwendig?

Flammer: Wir alle, ob im Ehren- oder im Hauptamt, müssen den Diskurs mit der interessierten Öffentlichkeit suchen und respektieren. Dabei muss die Kammerorganisation kritik- und veränderungsfähig aufgestellt sein: Wir müssen unsere begrenzten Ressourcen auf die tatsächlich relevanten Themen ausrichten und in der Erfüllung unserer Aufgaben transparent und wirkungsvoll sein, um das öffentliche Vertrauen und im besten Fall auch Respekt und Wertschätzung zu verdienen.

Eberhard Flammer ist Geschäftsführer der Elkamet Kunststofftechnik GmbH in Biedenkopf, Präsident der IHK Lahn-Dill und neu gewählter Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs. Foto: IHK Lahn-Dill

Die Fragen stellte:

Klaus Linke
Telefon (069) 8207-245
E-Mail linke@offenbach.ihk.de