Infrastruktur muss angepasst werden

Versorgungsnetze für heute und morgen

Wind- und Solarenergie sollen künftig die Stromversorgung Deutschlands dominieren. Damit die Wende gelingt, müssen die Übertragungs- und Verteilnetze ausgebaut werden.

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Die Vernetzung insbesondere der Energiesektoren Strom und Wärme (Sektorkopplung) bietet Synergieeffekte bei der Integration der erneuerbaren Energien. Sie ist notwendig, um die Energiewende umzusetzen und die Klimaschutzziele zu erreichen. Entgegen der bisherigen Praxis müssen daher die Entwicklung des Stromnetzes und die des Erdgasnetzes zusammen gedacht werden.

Bereits heute existiert ein Rohrleitungsnetz mit zugehörigen Speicherkapazitäten, in dem ein Drittel des jährlichen Endenergiebedarfs für Raumwärme und Warmwasser gespeichert werden könnte. Wenn man diese Möglichkeit nutzt, können künftig auch längere „kalte Dunkelflauten“, also Phasen mit wenig Sonne und wenig Wind, überbrückt werden. In solchen Fällen können Gase aus erneuerbaren Quellen in flexiblen Gaskraftwerken rückverstromt werden, wenn die Stromproduktion aus Wind und Sonne den Bedarf nicht decken kann und andere Speicheroptionen keine ausreichenden Kapazitäten bieten.

Dazu ist es notwendig, dass Strom- und Gasnetze künftig stärker als bisher interagieren. Neben der möglichen Back-up-Funktion für das Stromsystem ist ein gut ausgebautes Gasnetz auch für die Verteilung von synthetischem?Methan?aus erneuerbaren Quellen relevant.

Für einen nach Umfang und Netzabdeckung bedarfsgerechten Ausbau der Strom- und Gasnetze sind erhebliche Investitionen in langlebige Infrastrukturen notwendig. Entsprechend langfristig muss geplant werden, wobei mögliche Wechselwirkungen zwischen Strom- und Gasnetz zu berücksichtigen sind.

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Peter Sülzen
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