Online-Antragsverfahren für PQ-Register

Vereinfachte Teilnahme an öffentlichen Aufträgen

Das Bewerbungsverfahren für die Teilnahme an öffentlichen Aufträgen ist sehr formal. Ein Angebot kann schon wegen eines kleinen Formfehlers ausgeschlossen werden, wenn zum Beispiel ein Eignungsnachweis fehlt. Die Präqualifizierung (PQ) erleichtert das Verfahren.

Mit einer Präqualifizierung sind Unternehmen gut vorbereitet auf Bewerbungen um öffentliche Aufträge. Foto: ilkercelik – stock.adobe.com

„Unternehmen sollten sich rechtzeitig informieren und vorbereiten“, rät Brigitta Trutzel, Geschäftsführerin der Auftragsberatungsstelle Hessen e.V. (ABSt Hessen). Vor Ablauf der Angebotsfrist lassen sich die geforderten Nachweise unter Umständen nicht so schnell von Dritten besorgen. „Am längsten dauert es, Referenzen von Auftraggebern zu bekommen oder eine Bescheinigung in Steuersachen zu erhalten“, sagt sie. Bei einer öffentlichen Ausschreibung muss jeder Bieter seine Eignung nachweisen.

Um Unternehmen diesen Schritt zu erleichtern, führt die ABSt Hessen seit über zehn Jahren das Hessische Präqualifikationsregister (HPQR). Die Präqualifizierung entlastet davon, bei jeder Ausschreibung die von öffentlichen Auftraggebern gewünschten Nachweise neu zusammenzustellen.

Im Zuge der Digitalisierung wurde das Antragsverfahren so vereinfacht, dass Unternehmen über ein Webformular die geforderte Eigenerklärung bereits digital abgeben können. Das Antragsformular kann zwischengespeichert und mit der Antragsnummer zu einem späteren Zeitpunkt weiterbearbeitet werden. Zudem wird der Antrag vor dem Absenden auf Vollständigkeit geprüft. „Wenn das Unternehmen nach knapp einem Jahr einen Folgeantrag stellt, ist dieser bereits vorbefüllt und es sind nur noch wenige Daten zu aktualisieren“, erläutert Trutzel.

Die üblichen Eignungsnachweise werden von der ABSt vorab und auftragsunabhängig geprüft. Bei der Angebotsabgabe wird dann nur noch die HPQR-Urkunde vorgelegt, die ein Jahr lang gültig ist. Die PQ-Nummer ist der Zugangscode, mit dem Auftraggeber die hinterlegten Dokumente in der PQ-Datenbank online einsehen können. Durch Landesrecht sind präqualifizierte Unternehmen grundsätzlich für öffentliche Aufträge geeignet. Es regelt, dass hessische Auftrag­geber die PQ-Urkunde anerkennen müssen.

Die HPQR-Urkunde kann vielfach auch bundesweit eingesetzt werden. Unternehmen, die Dienst- und Lieferleistungen erbringen, können sich zusätzlich in das amtliche Verzeichnis präqualifizierter Unternehmen der IHKs (AVPQ) eintragen lassen. Die AVPQ-Urkunde muss dann sogar bundesweit von Vergabestellen als Eignungsnachweis akzeptiert werden. Die Eintragung ins HPQR kostet 215 Euro, in der Verlängerung 155 Euro pro Jahr. Für die zusätzliche Eintragung in das AV erhebt die IHK per Gebührenbescheid 65 Euro.

Jährlich werden mehr als 12.000 Aufträge über die Hessische Aus­schreibungs­datenbank (HAD) ausgeschrieben. Das Spektrum der Bekanntmachungen ist sehr vielfältig und umfasst Güter und Leistungen aus nahezu allen Wirtschaftszweigen. „Fast jedes Unternehmen kommt als Bieter in Frage und ist gut beraten, die Erleichterungen durch die Präqualifikation zu nutzen“, rät Trutzel.

Die Auftragsberatungsstelle Hessen e.V. ist eine Gemeinschaftseinrichtung der IHKs und Handwerkskammern, der Ingenieurkammer und der Architekten- und Stadtplanerkammer in Hessen und des Landes Hessen. Die Mitgliedschaft des Landes wird durch das Hessische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung als das für das öffentliche Auftragswesen federführend zuständige Ressort wahrgenommen.

Kontakt:

Brigitta Trutzel
ABSt Hessen e.V.
Telefon (0611) 974588-0
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