Von der Bedeutung der IHK Offenbach am Main für die Region

Unterstützend – stärkend – prägend

Beinahe eine halbe Million Menschen leben in Stadt und Kreis Offenbach. Über 35.000 Unternehmen sind hier ansässig. Sie alle profitieren von der Arbeit der IHK – in der Gründungsberatung, in der Unternehmensförderung, in der Aus- und Weiterbildung und natürlich als Dienstleisterin und Interessenvertretung mit langer Tradition.

Der hessische Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen Tarek Al-Wazir (2.v.r.) kommt regelmäßig zum Austausch mit IHK-Vertretern nach Offenbach. Noch vor dem Pandemieausbruch sprach er mit (v.l.n.r.) den IHK-Geschäftsführern Friedrich Rixecker und Dr. Martin Gegenwart, IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller, IHK-Geschäftsführer, Frank Achenbach und IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner. / Foto: Arens-Dürr/IHK

Schließlich ist die IHK Offenbach am Main eine der ältesten Industrie- und Handelskammern Deutschlands. 1821 gegründet, hat sie die wirtschaftliche Entwicklung in der Region maßgeblich mitgeprägt.

Diese Entwicklung verlief durchaus wechselhaft. Einst international als Lederstadt bekannt, bekam vor allem die Stadt Offenbach seit den frühen 1970er-Jahren zu spüren, was ein abstrakter Begriff wie „Strukturwandel“ in der Realität bedeutet: Zehntausende Arbeitsplätze gingen verloren, nicht nur in der Lederbranche, sondern auch in der Elektro- und Druckmaschinenindustrie. In der jüngeren Vergangenheit galt meine Heimatstadt nicht gerade als Boom-Town, und im Kreis – dem es insgesamt deutlich besser ging – wurden immer mal wieder Sommerloch-Debatten über eine Umbenennung des Kreises geführt.

Doch die Situation hat sich deutlich verändert. Inzwischen wachsen nicht nur die Gemeinden des Kreises, sondern auch die Stadt Offenbach ist sichtlich attraktiver geworden. Auch die Beschäftigung wächst wieder. Das ist nicht zuletzt dem Einsatz der IHK Offenbach am Main und der Kreativität der regionalen Unternehmen zu verdanken. Es hat sich ausgezahlt, sich neu zu positionieren und neue Wege zu gehen. Heute macht das verarbeitende Gewerbe nur noch einen recht kleinen Teil des Standorts aus; dafür haben Dienstleistungen, Kreativwirtschaft und Design seit den 1990er-Jahren viel zur Diversifizierung der Offenbacher Wirtschaftsstruktur beigetragen.

Geholfen hat dabei die Lage im wirtschaftlich überaus dynamischen Metropolgebiet Rhein-Main mit seiner hervorragenden Anbindung an nationale und internationale Verkehrswege, seinen Hochschulen und Forschungseinrichtungen, seinen gut ausgebildeten Fachkräften. Ein ganz wichtiger Impuls war auch die S-Bahn-Anbindung seit Mitte der 90er-Jahre, die später endlich auch den Ostkreis erreichte. Diese Stärken gilt es kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Niemand weiß das besser als die IHK Offenbach am Main, die mit einer Vielzahl von Initiativen und Projekten dazu beiträgt, den Standort zu stärken. In der Produktions- und Innovationsförderung, etwa durch den Designpark auf dem ehemaligen Clariant-Gelände, im interdisziplinären Wissens- und Technologietransfer durch das Kreativbranchen-Netzwerk Design to Business, das ich als Schirmherr unterstützen darf, in der Mobilitätspolitik mit ihrem Einsatz für die Optimierung der Dreieichbahn, die Verlängerung der S2 und das Projekt einer Südtangente.

Als Wirtschaftsminister und als Offenbacher gratuliere ich deshalb der IHK Offenbach sehr herzlich zu ihrem 200-jährigen Bestehen. Ich wünsche mir und der ganzen Region, dass sie weiterhin so engagiert für den Standort arbeitet. Der IHK und all ihren Mitgliedern wünsche ich alles Gute zu ihrem Jubiläum.

Autor

Tarek Al-Wazir
Hessischer Minister für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Wohnen
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