IHK setzt sich für gute Ausstattung von beruflichen Schulen ein

Unternehmen brauchen Nachwuchsfachkräfte mit digitaler Kompetenz

Die Gewerblich-technischen Schulen (GTS) der Stadt Offenbach haben die Digitalisierung schon seit 2018 im Fokus. Denn Nachwuchsfachkräfte brauchen heute hohe digitale Kompetenz. Die IHK Offenbach am Main unterstützt die GTS und fordert von der Politik, alle beruflichen Schulen technisch und personell angemessen auszustatten.

V. l. n. r.: Offenbachs Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß, der hessische Digitalstaatssekretär Patrick Burghardt, Marko Gehre-Weigold, stellvertretender Schulleiter der GTS, und IHK-Vizepräsident Hans-Joachim Giegerich bei der Besichtigung der GTS. / Foto: Kühnl/IHK

Bei einem Besuch des hessischen Digitalstaatssekretärs Patrick Burghardt in den GTS erklärte IHK-Vizepräsident Hans-Joachim Giegerich: „Auszubildende und damit Schülerinnen und Schüler an beruflichen Schulen stellen sich täglich den Herausforderungen der zunehmend digitalen Arbeitswelt. Sie erleben, wie sich Prozesse in den Ausbildungsunternehmen verändern, und wollen diese Entwicklung mitgestalten. Berufliche Schulen als Partner der Ausbildungsunternehmen müssen in der Lage sein, Auszubildende hierbei zu unterstützen. Die IHK Offenbach am Main beobachtet die Fortschritte, die im Bereich der Digitalisierung der beruflichen Schulen in den vergangenen Monaten gemacht wurden, mit Zuversicht. Wir sind stolz darauf, in unserem IHK-Bezirk eine so fortschrittliche Berufsschule wie die GTS zu haben. Jetzt heißt es aber, auch zukünftig einen funktionierenden IT-Support und ein flächendeckendes WLAN an den Schulen zu sichern und den Schulen berufsbildspezifische digitale Ausrüstung zur Verfügung zu stellen.“

In den GTS geht es unter anderem darum, das Zukunftsprojekt zur umfassenden Digitalisierung der industriellen Produktion Industrie – Industrie 4.0 – in die Berufsschule zu holen. Sie ist eine der ersten Schulen in Offenbach, die an das Glasfasernetz angeschlossen wurden. Die Ausstattung mit flächendeckendem WLAN steht kurz bevor.

Staatssekretär Burghardt kennt die Bedeutung einer zeitgemäßen beruflichen Ausbildung: „Aus meiner eigenen Ausbildungszeit weiß ich, wie wichtig es ist, dass die Berufsschulen auf der Höhe der Zeit sind, um eine moderne Ausbildung zu gewährleisten. Dies gilt ganz besonders auch für den Bereich Digitalisierung. Wenn die Auszubildenden in der Berufsschule den aktuellen Stand der Technik und der digitalen Transformation in der jeweiligen Branche kennenlernen, können sie in den Betrieben hilfreiche Impulse geben und damit Innovationen fördern.“

Auch der Offenbacher Bildungsdezernent Paul-Gerhard Weiß nahm an dem Treffen teil und nannte die Intentionen der Stadt: „Unser Ziel als Stadt ist es, die optimalen Voraussetzungen für digitales Lernen an Offenbacher Schulen zu schaffen – und zwar dauerhaft. Auch die Arbeitswelt wird immer digitaler und damit steht die berufliche Bildung und deren Infrastruktur vor neuen Herausforderungen. Zugang zum Internet, WLAN, zeitgemäße Endgeräte und problemloser Zugang zu Lernplattformen sind heute strukturelle Voraussetzungen an Schulen. In den letzten zwei Jahren haben wir mit den Maßnahmen aus dem Digitalpakt Schule und der regionalen Rahmenvereinbarung zur Ausstattung kommunaler Schulen mit digitalen Tafeln diese Strukturen geschaffen, sodass moderne Medien und digitale Unterrichtsbausteine auch in der Berufsschule eingesetzt werden können. Jetzt gilt es, unsere Schulen konsequent auf dem Weg der Digitalisierung zu begleiten und auch einen IT-Support zu etablieren, der die Schulen bei der sicheren und zentralen Verwaltung ihrer Daten bestmöglich unterstützt.“

Robert Börner leitet die GTS und machte deutlich: „Industrie 4.0 macht vor der Schultür keinen Halt und damit einhergehend setzen wir uns als gewerbliche Schulen natürlich mit der Technik auseinander und wollen die Digitalisierung des Unterrichts vorantreiben. Die gesamte Schule und die Klassenräume verändern sich. Tafeln werden durch Smartboards ersetzt, Ordner durch digitale Endgeräte. Die Digitalisierung ist nicht mehr aufzuhalten. Der Zug ist in Bewegung und irgendwann ist er so schnell, dass man nicht mehr aufspringen kann. Hier gilt es achtsam zu sein und alle Kolleginnen und Kollegen auf die Reise mitzunehmen. Mit Blick auf zukünftige Generationen müssen wir modern und innovativ sein, um die Qualität der Ausbildung auch in Zukunft zu sichern.“

www.gts-offenbach.de
www.offenbach.ihk.de/ausbildung-weiterbildung/

Der Digitalpakt Hessen kommt in Offenbach an

  • Seit 2019 schnelles Internet an allen Offenbacher Schulen mit Glasfaser (ein Gigabit pro Schule)
  • Schnelles WLAN an allen 28 Schulen mit 30 Standorten bis Ende 2022.
  • Im Rahmen des WLAN-Ausbaus werden alle Verbindungswege innerhalb der Schulen auf Glasfaser umgestellt.
  • 3.884 Tablets für Schülerinnen und Schüler in Offenbach
  • 1.583 Tablets für Lehrende
  • 892 LED-Boards/digitale Tafeln bis Ende 2022 an allen 28 Offenbacher Schulen. Es sind bereits fünf Standorte komplett umgerüstet mit 148 Boards.
  • Erweiterung des technischen Supports
  • Ticketsystem für Anfragen aus den Schulen
  • Finanzielles Gesamtvolumen aus dem Digitalpakt Hessen für die Stadt Offenbach: 14.181.000 Euro
  • Weiterhin fließen kommunale Mittel in Höhe von 6.737.595 Euro für Maßnahmen zur Anpassung an das Stromnetz unter anderem: mehr als
    1.100 Kilometer Kabel und 4.500 neue Steckdosen, 4.000 Datendosen, Unterverteilungen.
  • Die Umstellung lokaler Geräte auf mobile (1.650 PCs gegen Laptops ausgetauscht)
  • Austausch der im kommunalen Förderprogramm KIP angeschafften Tablets bis Mai 2022
  • Gesamte Investitionen für Digitalisierung an Offenbacher Schulen (Digitalpakt Hessen und kommunale Mittel), die bisher geplant und in
    Teilen bereits umgesetzt wurden: 20.918.595 Euro

Kontakt

Jana Maria Kühnl
Telefon 069 8207-341
kuehnl@offenbach.ihk.de