Reingeschaut bei … Drum Cafe & Andante Communications

Trommeln für eine bessere Arbeitswelt

Gemeinsam einen Rhythmus finden, über das Ergebnis staunen, sich gegenseitig mit Applaus belohnen – ein Trommel-Event für Unternehmensmitarbeiter steht am Anfang der Arbeit von Matthias Jackel und seinem Team. Am Ende geht es darum, Impulse für eine gelungene Kommunikation und eine bessere Arbeitswelt zu geben.

Mitarbeiter einer Versicherungsgesellschaft beim Drum Cafe-Trommeln. Foto: Drum Cafe

„Wir lassen Menschen bei Unternehmensveranstaltungen Musik machen“, erklärt Jackel. „Dazu haben wir 20.000 Rhythmusinstrumente auf Lager.“ Anfangs herrsche Skepsis unter den Mitarbeitern. „Die Leute fragen sich, was das mit der Firma zu tun hat. Sie finden die Idee komisch, dass zum Beispiel Vertriebsmitarbeiter trommeln sollen. Dabei ‚trommeln‘ sie ja auch für ihre Produkte“, sagt er.

Dann beschäftigen sich die Teilnehmer bis zu eine Stunde lang mit den Instrumenten. Und, so Jackel, haben „Wow-Erlebnisse“: „Dass wir das geschafft haben! Wir sind viel besser, als ich gedacht habe!“ Er begeistert sich: „Die Menschen spüren die Gemeinschaft. Man muss das gesehen haben.“ Gegen Ende des Trommelevents wird ein Solo eingeübt und in Gruppen gegenseitig vorgespielt. Die spontane Reaktion der Zuhörer darauf sei gewöhnlich verhalten. Meist gebe es nur leisen Applaus, weil das in unserer Kultur so üblich sei. „Dann fordern wir die nächste Zuhörergruppe auf, beim Applaudieren richtig auszurasten. Damit können die Solisten dann kaum umgehen. Sie sind gerührt, manche legen die Hand aufs Herz, andere applaudieren zurück“, berichtet er.

Jackel nennt das Trommeln ein „positives Referenzerlebnis“, von dem er sagt: „Es wirkt wie eine Kopfschmerztablette. Egal, wie es dem Unternehmen gerade geht, negative Gedanken sind wie weggeblasen. Die Leute verlassen den Raum mit einem positiven Gefühl. Das Trommeln war eine gelungene Zusammenarbeit in einer Idealwelt.“

Was folgt, ist die Reflektion und hier kommt Jackels zweites Unternehmen ins Spiel, die Unternehmensberatung Andante Communications. Die Erfahrung aus dem Trommel-Event hinterfragen – je nach Kundenwunsch – die Mitarbeiter, das Management oder die Personalfachleute zum Beispiel in Workshops: „Wieso hat das Zusammenspiel so gut geklappt? Was hat uns dabei gefallen? Wie haben wir kommuniziert? Gab es Hierarchien und brauchen wir die? Wie waren die Erwartungen, wie die gegenseitige Wertschätzung?“. Er erklärt: „Das Wissen, wie man die Kommunikation und die Prozesse zum Besseren verändern könnte, ist in den Menschen des Unternehmens bereits angelegt. Aber meist muss ein externer Berater einen Impuls geben, selbst wenn dabei im Grunde Binsenweisheiten zur Sprache kommen.“ Er könne zum Beispiel sagen: „Ihr habt aufeinander gehört. Deshalb war euer Rhythmus stabil.“ – damit die Angesprochenen sich fragen, was sie im Arbeitsalltag daran hindert, sich richtig zuzuhören und wie sich das ändern lässt.

Jackel entstammt einer Musikerfamilie, ist Ingenieur und hat zuletzt in der Personalentwicklung gearbeitet. Dort kam er auf die Idee, das Trommeln im Bewerbungsverfahren einzusetzen. „Wir haben mehrere Bewerber zuerst zusammen trommeln und dann an einem Testprojekt arbeiten lassen. Das Verhalten in den beiden Situationen war äquivalent. Wir konnten irgendwann nach dem Trommeln vorhersagen, wie die Menschen sich im Team benehmen“, berichtet er.

2004 gründete er das Drum Cafe Deutschland in Obertshausen als Partner des in Südafrika gegründeten und weltweit agierenden Drum Cafe-Netzwerkes. Firmensitz ist heute Dietzenbach. Während Drum Cafe sonst vor allem in Events auf Unterhaltung setzt, geht es Jackel mit seinen beiden Firmen um die Kombination aus Entertainment und Personalentwicklung. Denn in der Personalentwicklung sieht er einen Schlüssel für den Unternehmenserfolg. Für ihn ist klar: „Gute Führungskräfte sind Menschenentwickler. Sie ermöglichen es ihren Mitarbeitern, im Einklang mit den persönlichen Lebenszielen im Unternehmen zu wachsen. Musik zu machen öffnet die Menschen für diese Themen auf einzigartige Weise.“

Kontakt:

Birgit Arens-Dürr
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