Staub am Bau: die unterschätzte Gefahr

Aktionsprogramm liefert Informationen und Handlungshilfen zum staubarmen Bauen für unterschiedliche Branchen

Die Gefahr wird vielfach noch immer unterschätzt: Staubentwicklung gehört beim Bauen zu den vermeidbaren Belastungen für die Gesundheit der Mitarbeiter vor Ort. Seit drei Jahren gibt es deshalb das Aktionsprogramm „Staubminimierung beim Bauen“. 22 Bündnispartner sind daran beteiligt, unter anderem das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, zahlreiche Verbände der Bau- und Ausbaugewerke, Deutsches Baugewerbe und Deutsche Bauindustrie, die IG BAU, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin sowie die Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft. Ihr gemeinsames Ziel: Unternehmen und Mitarbeiter für die Gesundheitsrisiken durch Stäube zu sensibilisieren und Informationen zur Verfügung zu stellen, wie am Bau möglichst staubarm gearbeitet werden kann.

In diesem Sommer zogen die Initiatoren eine erste Zwischenbilanz. Demnach wurden inzwischen Lösungsvorschläge für die einzelnen Branchen entwickelt. Sie enthalten konkrete Handlungsanregungen, wie Stäube an den entsprechenden Arbeitsplätzen minimiert werden können. So können Interessierte auf der Seite www.staub-war-gestern.de Info-Broschüren für unterschiedliche Branchen kostenlos herunterladen. Momentan (Stand Mitte August 2019) liegen Informationen vor zur Staubminimierung im Straßen- und Tiefbau, bei der Steinmetz- und Naturwerksteinbearbeitung, bei Abbruch- und Rückbauarbeiten, im Maler- und Lackiererhandwerk, im Brunnen- und im Leitungsbau sowie im Estrich- und Belaggewerbe. Außerdem steht ein neues E-Learning-Modell zur Verfügung, das die wichtigsten Grundlagenkenntnisse zum Thema Staub, Staubminimierung und effektive Schutzmaßnahmen liefert.

Mittelfristig soll das Aktionsprogramm auch der Gewinnung von Nachwuchs- und Fachkräften für die Bauwirtschaft dienen. Denn, so fasste es Norbert Kluger, Abteilungsleiter Stoffliche Gefährdungen bei der Berufsgenossenschaft der Bauwirtschaft, zusammen: „Die Etablierung von staubarmen Technologien am Bau steigert die Attraktivität dieser Arbeitsplätze.“ Auf einen weiteren Punkt weisen die Initiatoren allerdings auch ausdrücklich hin: „Damit staubarmes Bauen gelingen kann, müssen ausnahmslos alle Gewerke am Bau zusammenwirken.“