Bund, Länder und Kommunen sind gefordert

So wird die duale Ausbildung zukunftssicher

Der Hessische Industrie- und Handelskammertag (HIHK) begrüßt, dass sich die Enquetekommission des Bundestags zur „Beruflichen Bildung in der digitalen Arbeitswelt“ vehement für die duale Berufsausbildung einsetzt.

Abschlussprüfung 2021 in der IHK Offenbach am Main./ Foto: Arens-Dürr/IHK

Die Enquetekommission hat eine Vielzahl guter Empfehlungen und Ideen für die Weiterentwicklung der dualen Berufsausbildung vorgelegt. Damit wendet sie sich auch an die Landesregierungen und Kommunen. Sie sollen das weltweit einzigartige Bildungssystem duale Berufsausbildung zukunftssicher machen.

Über 54.200 junge Menschen absolvieren in Hessen derzeit eine Berufsausbildung in Handel, Dienstleistung oder Industrie. Durch den ehrenamtlichen Einsatz von mehr als 11.500 Prüfern konnte die IHK-Organisation auch in Coronazeiten rund 23.000 bundeseinheitliche Abschlussprüfungen ermöglichen. Nach pandemiebedingt eingeschränkter Berufsorientierung nimmt die Ausbildung jetzt wieder Fahrt auf. Stand Juli 2021 wurden bei den hessischen IHKs so viele neue Verträge wie im Vorjahr erfasst, nämlich knapp 14.200 – Tendenz steigend.

Lehrer gut vorbereiten

Die hessischen IHKs begrüßen insbesondere folgende Forderungen der Enquetekommission des Bundestages zur „Beruflichen Bildung in der digitalen Arbeitswelt“: Der Berufswahlpass soll endlich digitalisiert werden. Es ist wichtig, die Perspektiven im Anschluss an eine Ausbildung wie zum Beispiel in der höheren Berufsbildung, im Rahmen der Berufsorientierung zu thematisieren. Darüber hinaus braucht es mehr „Lehrkraftbetriebspraktika“, um auch Lehrkräften unmittelbare Einblicke in die Berufspraxis außerhalb der Schule zu ermöglichen. Das ist grundlegend, damit sie ihre Schülerinnen und Schüler fachkundig bei der Berufswahl unterstützen können. In allen Studiengängen der Lehramtsausbildung sind Informationen zum System der Berufsbildung zu verankern. Die zwischen Bund und Ländern vereinbarte Qualitätsoffensive Lehrerbildung soll zu einer Qualitätsoffensive Lehrerweiterbildung angepasst und weiterentwickelt werden. Auch die Forderung zur Qualifizierung zum Lernen mit digitalen Medien und E-Didaktik muss umgesetzt werden.

Berufsschulen besser ausstatten

Die hessischen IHKs unterstützen darüber hinaus einen bundesweiten Pakt für Berufsschulen. Dieser soll unter anderem virtuelle Klassenzimmer stärker nutzen, insbesondere an Berufsschulen im ländlichen Raum. Bundesweit sollte es – wie von der Enquetekommission angeregt – Mindeststandards geben. Das betrifft zum Beispiel die Ausstattung oder den Einsatz von externen IT-Kräften.

Auch die Kommunen sollen ihren Beitrag zu einem effizienteren Bildungssystem leisten. Ihre Aufgabe ist es, ein datengestütztes Bildungs- und Übergangsmanagement zu verankern. Mit ihm lässt sich rechtzeitig und effektiv besonders mit Blick auf Digitalisierung, Zuwanderung und Fachkräftemangel agieren, und es ermöglicht ein Bildungsverlauf-Tracking.

www.hihk.de