Aufräumen im Versicherungsportfolio

So wenig Versicherung wie möglich, so viel wie nötig

Das Ende des Jahres ist eine gute Zeit für Bestandsaufnahmen, zum Beispiel auch, was den Versicherungsschutz betrifft. Vielleicht hat sich im Lauf des Jahres etwas am Unternehmen geändert. Möglicherweise ist eine Versicherung überflüssig oder zu teuer geworden.

Den Versicherungsschutz für das Unternehmen von Zeit zu Zeit zu hinterfragen, ist eine komplexe, aber lohnende Aufgabe. Foto: Nürnberger Versicherung

Betriebliche Versicherungen sollen vor bestimmten Risiken schützen. Im Extremfall hängt die Existenz eines Unternehmens von ihnen ab. Geschäftsführer haften zudem mit ihrem Privatvermögen – auch dann, wenn es sich um eine Rechtsgesellschaft wie eine GmbH oder AG handelt. Daher ist es wichtig, den Versicherungsschutz regelmäßig mit dem aktuellen Bedarf des Betriebs abzugleichen und anzupassen. Wächst das Unternehmen beispielsweise stark oder baut es Stellen ab? Gibt es neu zu versichernde Risiken? Unter- oder Überversicherungen sollten vermieden werden. Umgekehrt kann auch die Versicherung die Bedingungen anpassen. Eventuell lohnt sich dann der Wechsel zu einem anderen Produkt oder einem anderen Versicherer.

Die Zahl der Policen und die jeweilige Deckungssumme sind unter anderem von der Branche, dem Jahresumsatz oder der Anzahl der Mitarbeiter abhängig. Ins Versicherungsportfolio jedes Betriebs gehört eine Betriebshaftpflichtversicherung. „Wie Privatpersonen haften auch Betriebe in unbegrenzter Höhe, wenn Mitarbeiter einen Sachschaden verschulden oder Personen verletzen“, betont Volker Helmhagen von der Nürnberger Versicherung. Eine Betriebshaftpflichtversicherung versichert die Betriebsleitung und alle Mitarbeiter, während sie ihre betriebliche Tätigkeit ausüben. Darüber hinaus ist eine Geschäftsinhaltsversicherung ratsam, die Einrichtung, Vorräte und Waren absichert. Sie schützt vor den finanziellen Folgen eines Feuers, Sturms, Rohrbruchs oder Einbruchs. Man sollte darauf achten, dass die Versicherung im Schadensfall nicht nur die Sachwerte ersetzt, sondern auch für ausfallende Erträge aufkommt. Zusätzlich lohnt es sich, in eine gewerbliche Rechtsschutzversicherung zu investieren. Die ist zum Beispiel dann sehr nützlich, wenn ein Kunde eine erbrachte Leistung nicht bezahlen will.

Spezieller Schutz

Darüber hinaus können weitere Versicherungen sinnvoll sein. Setzt das Unternehmen teure Technik ein, sollten Geschäftsführer beispielsweise eine Elektronikversicherung in Erwägung ziehen. Sie sichert Schäden an elektronischen Geräten und Anlagen wie Computern, Kassensystemen und Telefonanlagen ab, die etwa durch einen Kurzschluss oder durch einen Bedienungsfehler entstanden sind. In Herstellungsbetrieben kann eine Maschinenversicherung empfehlenswert sein. Kommt es bei einer Maschine zu einem unvorhergesehenen Schaden, trägt die Versicherung die Reparaturkosten. Für einen Dienstleister ist womöglich eine Berufshaftpflichtversicherung interessant, die die Folgen falscher Beratung abfängt. Wäre ein Betrieb durch einen krankheits- oder unfallbedingten Ausfall des Geschäftsführers wirtschaftlich gefährdet, sollte eine Betriebsunterbrechungsversicherung nicht fehlen.

Analysen schaffen Klarheit

Zur Ermittlung des passgenauen Versicherungsbedarfs empfiehlt sich für Unternehmer zunächst eine professionelle Wertanalyse. Das heißt: Der aktuelle Kaufpreis der gesamten technischen und kaufmännischen Betriebseinrichtung wird ermittelt. Der derzeitige Neuwert aller Gegenstände ergibt den korrekten Betrag, den der Betrieb versichern sollte.

Es folgt die Risikoanalyse. Dabei wird geprüft, welche Gefahren den Betrieb treffen könnten. Falls während des vergangenen Jahres neue Risiken hinzugekommen sind, ist es wichtig, dass sie der Versicherungsschutz umfasst. Ein Beispiel: Ein Unternehmen hat sich entschieden, seinen Energiebedarf über eine Photovoltaikanlage zu decken und den überschüssigen Strom ins Netz einzuspeisen. Zu den neuen Risiken gehören dann unter anderem Marderschäden an der Verkabelung oder Sturmschäden. Andererseits können Risiken wegfallen – etwa wenn der Betrieb Teilbereiche outsourct oder Räume und Gebäude sich geändert haben.

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