Smarter Bauen: Wie Unternehmen mit moderner Technologie Kosten senken

Von Heizung bis Lüftung und von Kommunikation bis Raumplanung – vernetzte Technik nutzt Ressourcen besser und spart Energie.

Kosten senken, Energie sparen, Abläufe optimieren: Betriebe, die auf die intelligente Vernetzung von Technik und Gebäudeausstattung setzen, haben dazu immer ausgefeiltere Möglichkeiten. Was im privaten Bereich unter dem Stichwort „Smart Home“ hauptsächlich Komfort und Sicherheit dient, lässt sich auch im „Smart Building“, so der Fachausdruck für das gewerblich-industrielle Gegenstück, gewinnbringend nutzen.

Nach einer Erhebung des Instituts „Statista“ legen die Mehrzahl der Nutzer von smarter Haustechnologie ihr Augenmerk hauptsächlich auf effiziente Energieeinsparung. Im gewerblichen Bereich ist dies ebenfalls von hoher Bedeutung: Experten schätzen, dass beispielsweise in einem durchschnittlich genutzten Bürogebäude die Energieausgaben um rund ein Drittel gesenkt werden können, wenn Licht-, Lüftungs- und Heiztechnologie intelligent aufeinander abgestimmt sind.

Eine solche „smarte“ Gebäudeautomation sorgt zum Beispiel dafür, dass Heizungen in den einzelnen Räumen nicht nur das Nutzungsverhalten der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter berücksichtigen. Sie reagieren auch auf Temperaturschwankungen, etwa durch die sich im Tagesverlauf verändernde Sonneneinstrahlung. Es gibt sogar bereits Thermostate, die mit online verfügbaren Wettervorhersagen verbunden sind. Jalousien fahren je nach Lichteinfall hoch oder herunter, während besonders sensible „Präsenzmelder“ jede Bewegung im Raum registrieren und so eine effektive Beleuchtung unterschiedlicher Bereiche ermöglichen. Lüftungen schalten sich, etwa in Konferenzräumen, rechtzeitig ein, damit die Teilnehmer in einen vorgelüfteten Raum kommen. Nach der Besprechung fahren sie automatisch wieder herunter.

Mit einfachen Funklösungen, wie sie im Smart Home üblich sind, kommt man in größeren Einheiten wie Gewerbebetrieben allerdings meist nicht aus. Hier sind in der Regel komplexere (und weniger störanfällige) Kabelsysteme gefragt. Die gesamte elektrotechnische Infrastruktur des Smart Buildings basiert auf sogenannten Bus-Systemen. Sie funktionieren ähnlich wie Telefonnetze – nur dass im Bus (Abkürzung für: Binary Unit System) keine Menschen miteinander in Kontakt treten, sondern „Sensoren“ und „Aktoren“. Bei Ersteren handelt es sich etwa um besagte Temperaturfühler, Helligkeitssensoren oder Bewegungsmelder. Letztere lösen die programmierten Aktionen aus, fahren also Heizungen hoch, schalten Lüftung und/ oder Klimaanlage ein und vieles mehr.

Bei der Auswahl und Installation eines Systems ist es wichtig, darauf zu achten, dass es mit später hinzukommenden Elementen kompatibel ist. Häufig greifen Nutzer deshalb auf das KNX-System zurück, das weltweit genormt ist und über eine hohe Reichweite verfügt.

Zur Stromersparnis wird in den kommenden Jahren auch die Einführung intelligenter Stromnetze (Fachbegriff: „Smart Grid“) beitragen. Laut Gesetz sollen die dazu notwendigen „Smart Meter“ seit letztem Jahr ohnehin nach und nach die alten Messgeräte ersetzen.

Generell sind bei allen Fragen der Versorgungstechnik in Neubauten eine Reihe von Punkten zu klären, bei denen unbedingt ausgewiesene Fachleute einbezogen werden sollten. Dies betrifft unter anderem das Problem der Kabelführung oder der benötigten Verteiler. Außerdem muss vor allem in Bereichen wie Leitstellen oder Rechenzentren jederzeit eine unterbrechungsfreie Stromversorgung gewährleistet sein. Zu beachten sind dabei unter anderem die Vorschriften der Landesbauordnung, des Brandschutzes, Leitungsanlagenrichtlinien.

Ein weiterer wichtiger Punkt bei Neubauten betrifft die Gebäudekommunikation im Smart Building. Videoschaltungen haben vielerorts bereits die traditionellen Konferenzen mit persönlicher Anwesenheit der Teilnehmer ersetzt. Auch die Voice-over-IP-Technologie (VoIP) setzt sich immer mehr durch. Gespräche mit mehreren Teilnehmern können hiermit auch über Computer und Tablet geführt werden.

Kommunikationsaspekte betreffen aber auch den Sicherheitsbereich. Gerade beim Neubau von gewerblich genutzten Gebäuden empfiehlt es sich, hier gleich zu Beginn die vorhandenen Möglichkeiten zu nutzen. So lassen sich sicherheitsrelevante Bereiche und Zugänge zum Gebäude beispielsweise mit sogenannter „Concierge-Software“ lückenlos überwachen – und über das Smartphone auch aus der Ferne sowie von unterwegs aus kontrollieren.

Um immer auf dem neuesten Stand zu bleiben, empfehlen Fachleute, sämtliche Installationen regelmäßig checken und auf ihren Nutzen hin analysieren zu lassen. Das betrifft sowohl Heiz- und Elektroinstallationen als auch die Lüftungs- und Schallschutztechnik.