Was auch kleine und mittelständische Unternehmen wissen sollten

Sicherheit im weltweiten Zahlungsverkehr

Immer mehr mittelständische Unternehmen nutzen die Vorteile des grenzüberschreitenden Handels. Der Schritt ins internationale Geschäft sollte gut vorbereitet sein. Aber auch kleine und mittlere Unternehmen, die bereits damit vertraut sind, sind gelegentlich mit neuen Herausforderungen konfrontiert. Solide Finanzinstitute stehen ihnen dabei zur Seite.

Der internationale Zahlungsverkehr hat seine eigenen Regeln, zu denen man sich gut informieren und beraten lassen sollte. Foto: Vlad Ivantcov – stock.adobe.com

Ein- und Ausfuhren von Waren haben ihre Tücken für Unternehmen. Politische oder länderspezifische Entwicklungen können Devisenzahlungen verzögern oder verhindern. Nicht überall ist Rechtssicherheit gegeben. Dazu drohen wirtschaftliche Unwägbarkeiten, was Transport und Abnahme, Lieferung, Preis und Markt angeht. Wechselkurs-, Bank- und vor allem Zahlungsrisiken sind nicht immer auszuschließen. Deshalb sollten Unternehmen, die im internationalen Warenverkehr aktiv sind, dem Auslandszahlungsverkehr besondere Aufmerksamkeit widmen und dafür Partner mit einem breiten Produkt- und Leistungsangebot wählen.

Welches Verfahren passt?

Ob für Warenlieferungen ins Ausland oder Wareneinfuhren aus dem Ausland – per Lastschrift, Auslandsüberweisung oder Schecks lassen sich Auslandszahlungen innerhalb und außerhalb Europas schnell und sicher abwickeln.

Für Euro-Zahlungen in Europa kommen SEPA-Überweisungen und SEPA-Lastschriften in Betracht. SEPA bezeichnet den einheitlichen Euro-Zahlungsverkehrsraum (englisch: Single Euro Payments Area), innerhalb dessen es einheitliche Verfahren für bargeldloses Bezahlen in Euro gibt. An SEPA nehmen die 28 EU-Staaten sowie Norwegen, Liechtenstein, Island, die Schweiz, Monaco und San Marino teil. Zahlungen, die nicht per SEPA-Überweisung möglich sind, erfolgen über eine klassische Auslandsüberweisung. Während Schecks im nationalen Zahlungsverkehr kaum noch genutzt werden, spielen sie im internationalen teilweise noch eine bedeutende Rolle.

Risiken vermeiden

Geschäfte mit ausländischen Unternehmen sind schon deshalb mit höheren Risiken verbunden, weil Eigentumsvorbehalte in der Regel nicht wirksam sind. Eine kostengünstige und einfache Variante der Zahlungssicherung ist das Dokumenteninkasso. Es gibt dem Exporteur mehr Zahlungssicherheit, da die Geschäfte Zug um Zug abgewickelt werden. Das beauftragte Kreditinstitut zieht den Gegenwert der exportierten Ware gegen die Übergabe von Inkassodokumenten ein. Der Importeur erhält die Dokumente von seiner Bank nur, wenn er bezahlt hat oder – sofern vereinbart – einen Wechsel akzeptiert. Importeure haben beim Dokumenteninkasso den Vorteil, dass gegenüber dem Akkreditiv (Geschäftsbesorgungsvertrag) beim Inkasso keine Bonitätsbelastung erfolgt.

… mehr als 50 Fachberater in den beiden Firmenkunden-Centern

Ein Dokumenteninkasso bietet mehr Sicherheit als Lastschrift, Auslandsüberweisung oder Scheck. Trotzdem schließt es zum Beispiel Liefer- und Qualitätsrisiken für den Importeur und das Risiko der Warenverfügung ohne Bezahlung für den Exporteur nur aus, wenn entsprechende Dokumente vereinbart wurden.

Trägt ein Exporteur zum Beispiel bei Spezialanfertigungen oder Saisonwaren ein erhöhtes Risiko, falls der Importeur die Ware plötzlich nicht mehr haben möchte, empfiehlt sich ein Dokumentenakkreditiv. In einem solchen Fall eröffnet die Bank des Importeurs ein Akkreditiv, das einem Zahlungsversprechen gegenüber dem Exporteur entspricht und die Sicherheit gegenüber dem Dokumenteninkasso deutlich erhöht. Denn auch wenn der Importeur nicht zahlen kann oder nicht zahlen will, bekommt der Exporteur sein Geld, vorausgesetzt, er kann die vorher vereinbarten Dokumente vorlegen und hat die Bedingungen des Akkreditivs erfüllt.

Sowohl für das Dokumenteninkasso als auch für das Dokumentenakkreditiv gelten international anerkannte Regeln. Die beiden genannten Verfahren sind nur ein kleiner Ausschnitt dessen, was die Sparkassen in Hessen ihren mittelständischen Kunden für das Auslandsgeschäft zu bieten haben.

Starkes Know-how, gutes Netzwerk

In der Sparkasse Langen-Seligenstadt unterstützen mehr als 50 Fachberater in den beiden Firmenkunden-Centern in Langen und in Seligenstadt die mittelständischen Kunden bei allen Finanzthemen. Insbesondere im Auslandsgeschäft werden bei Bedarf weitere Spezialisten aus der Sparkassen-Finanzgruppe eingebunden. Ein besonders kompetenter Partner ist die Landesbank Hessen-Thüringen (Helaba), mit vielfältigen Produkten im Auslandsgeschäft, insbesondere für Devisengeschäfte, Außenhandelsfinanzierung und Auslandszahlungsverkehr. Die Helaba ist der bundesweit zweitgrößte Zahlungsverkehrsdienstleister. Jährlich werden etwa 3,5 Milliarden Transaktionen mit einem Volumen von mehr als 14,5 Billionen Euro abgewickelt.

Autor:

Wolfgang Zolper
Mitglied des Vorstandes der
Sparkasse Langen-Seligenstadt
Telefon (06182) 925-60117
VM5@sls-direkt.de
www.sls-direkt.de