Vorgaben aus dem Nahverkehrsplan umsetzen

Schnell und direkt durch den Kreis

Im Nahverkehrsplan für den Kreis ist eine wesentliche Vorgabe für den künftigen Buslinienverkehr im Kreis Offenbach festgelegt: Interkommunale Buslinien (Hauptlinien) sollen möglichst schnell und direkt geführt werden, damit sie attraktiver und effizienter werden. Die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach mbH als lokale Nahverkehrsorganisation setzt dies mit ihren Partnern um und passt die Angebotskonzepte nach und nach an.

Im Dezember 2016 wurde gemeinsam mit dem Landkreis Aschaffenburg ein Probebetrieb zwischen Rodgau-Weiskirchen und Aschaffenburg eingerichtet. Als Linie 58 verkehrt der Bus mit Zwischenhalten in Seligenstadt und Mainhausen. Schon im ersten Betriebsjahr wurde eine solide und steigende Nachfrage verzeichnet, so dass über eine Ausweitung des Angebotes nachgedacht wird. Es zeigt sich hierbei, dass schnelle und direkte Verbindungen mit gutem Anschluss an den Schienenverkehr von Pendlern durchaus kurzfristig angenommen werden.

Im regionalen Schnellbusnetz des Rhein-Main-Verkehrsverbunds (RMV) wird zum kommenden Fahrplanwechsel die Linie X83 den Betrieb zwischen Langen und Offenbach aufnehmen und die heutige Linie 661 ersetzen. Durch eine schnellere und direktere Führung werden zentrale Umsteigepunkte noch besser miteinander verbunden. Zudem wird die Fahrzeit in Richtung Darmstadt durch einen optimierten Umstieg zur S-Bahn in Langen verkürzt. Diese Linie dürfte eine noch höhere Nachfrage von Pendlern erfahren, da sie attraktive Fahrzeiten außerhalb des Schienenverkehrs schafft und das Verkehrskreuz Frankfurt entlastet.

Untersuchung zu Schnellbussen

Aufgrund der positiven Erfahrungen gibt es seitens der Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach bereits weitere Überlegungen, schnelle und direkte Verbindungen im Kreis zu schaffen. So soll im kommenden Jahr unter anderem eine Voruntersuchung beauftragt werden, die sich mit der Machbarkeit eines leistungsfähigen Schnellbussystems aufbauend auf der lokalen Linie OF-99 entlang der Kreisquerverbindung beschäftigt.

Es zeigt sich allerdings schon heute, dass solche interkommunalen Buslinien keine gesonderte Erschließung von Gewerbegebieten oder Betriebsstandorten abseits der Hauptverkehrsachsen mehr übernehmen können. Dafür gilt es entsprechend der örtlichen und betriebsspezifischen Rahmenbedingungen angepasste Mobilitätskonzepte zu entwickeln, am besten mit guten Verknüpfungen zum übergeordneten Öffentlichen Personennahverkehr.

Von der Neuausrichtung des Betrieblichen Mobilitätsmanagements (BMM) unter Berücksichtigung des Programmes „südhessen effizient mobil“ erhofft sich die Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach einen intensiveren Austausch zum Thema Mobilität sowie zentrale Kenndaten zur Bewertung der Erfordernisse, zum Beispiel Informationen zu Arbeitsplatzdichte, Arbeitszeiten und Pendlerströmen. Nur so können Probleme identifiziert und geeignete, aufeinander abgestimmte Lösungsansätze gemeinsam mit den Kommunen erarbeitet werden. Ziel muss es sein, Arbeitnehmern langfristig eine attraktive und zuverlässige Anbindung über verschiedene Verkehrsmittel anzubieten, auch ohne den Einsatz des eigenen Autos.

Abgestimmtes System

Eine wichtige Voraussetzung für die Attraktivität des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) ist die Zuverlässigkeit der Systeme. Die verkehrlichen Rahmenbedingungen lassen auch auf den Hauptverkehrsachsen im Kreis Offenbach erkennen, dass die Verkehrsinfrastruktur vielerorts an die Kapazitätsgrenze stößt. Schon kleinere Störungen im Straßen- und Schienennetz haben gravierende Folgen für den Verkehrsfluss.

Langfristig hilft nur ein optimal aufeinander abgestimmtes und ausgebautes System aus Straße und Schiene. Entsprechende Überlegungen werden im Leitbild Mobilität eingebracht und diskutiert. So muss auf kritischen Streckenabschnitten kurzfristig eine ÖPNV-Bevorrechtigung an den Knotenpunkten gelten, mit dem Ziel, den Fahrplan zu stabilisieren.

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Andreas Maatz
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