Birgit Arens ins

Mühlheimer Tor

reingeschaut

Birgit Arens-Duerr

Dort wo zwei Hauptschlagadern des Mühlheimer Gewerbegebiets – die Lämmerspieler Straße und die Dieselstraße – aufeinandertreffen, fällt ein besonderes Gebäudeensemble ins Auge. Noch arbeiten Handwerker in Teilen der Häuser. Schon herrscht reger Betrieb bei Ferdinand’s, einer familiengeführten Bäckerei mit „Bistrorante“, im Mühlheimer Tor.

Norma und Björn Rosemeier im Blütenmeer auf der großen Dachterrasse des Mühlheimer Tors. / Foto: Arens/IHK

Eigentlich sollte das Leben nur ein bisschen einfacher für das Bauherren-Ehepaar Norma und Björn Rosemeier werden. Sie wollten mehr Zeit für die Familie haben, weniger pendeln zwischen ihrem Wohnort Frankfurt und dem damaligen Sitz ihres Unternehmens in der Pfalz. Mit best müsli liefern sie Frühstücksprodukte an die gehobene Hotellerie und Gastronomie, an Firmenkantinen und Fluglinien in Deutschland und Frankreich. Deshalb suchten sie nach einer gut an den ÖPNV angeschlossenen Gewerbeimmobilie im Rhein-Main-Gebiet. „Wir wollten mieten. Aber die Angebote waren teuer oder nicht wie wir es brauchten“, berichtet Norma Rosemeier. „So wurde es Mühlheim. Hier hat die Wirtschaftsförderung funktioniert“, lobt sie die Zusammenarbeit mit Wirtschaftsförderer Till Böttcher.

Nach einigem hin und her zum Grundstück entschlossen sie sich, mit Dr. Ulrich Löffler als Partner selbst zu bauen. Wichtige Prämissen seien von Anfang an Qualität, modernes Design und nachhaltiges Bauen gewesen. Das spiegelt sich nun zum Beispiel im teilweisen Holzbau, begrünten Dächern mit eigenen Bienenvölkern, einer zukunftsweisenden Energieversorgung, E-Tankstellen für Pkws und vielen Fahrradstellplätzen.

Das Außergewöhnliche überzeugt

„Wie wollt ihr da Mieter hinkriegen?“, seien sie gefragt worden. Heute sind die Gewerbeflächen des 4.310 Quadratmeter großen Gebäudekomplexes zum größten Teil vergeben. „Wir haben keinen Makler beauftragt. Die Leute fahren vor. Sie kommen oft auf Empfehlung. Die Trefferquote unter den Mietinteressenten ist hoch“, sagt die Bauherrin. Obwohl die Mietkonditionen für Mühlheim überdurchschnittlich sind, habe es nie Preisdiskussionen gegeben. „Modern, grün, flexibel gestaltbar und durchdacht – das kommt an“, ist Björn Rosemeier überzeugt.

Das Mühlheimer Tor liegt nur wenige Meter vom Bahnhof entfernt. Bodentiefe, mit elektrischen Rollläden versehene Fenster auf allen Etagen sorgen für Licht und Leichtigkeit. Einige Mieteinheiten verfügen über Terrassen oder Balkone. Oberhalb einer großen Einheit im Erdgeschoss liegt ein begrünter Innenhof, der den angrenzenden Mieteinheiten zugänglich ist. Alle Mieteinheiten sind barrierefrei und haben barrierefreie Zugänge. Sie verfügen über Klimageräte, hochwertige Sanitärausstattungen und Teeküchen. Breitband-Internet- und Telefonanschlüsse sind vorbereitet und es gibt Video-Türsprechanlagen.

Die Stromversorgung leistet eine Anlage, die aus einem Blockheizkraftwerk (BHKW), einer Absorptionskältemaschine (AdKM), einem 20.000-l-Erdpufferspeicher, einem Gasbrennwertkessel und einem Kaltwassersatz besteht. Sie liefert Strom, heizt oder kühlt. Eine solche Anlage sei bereits in einigen Industriebetrieben zur Sicherstellung der Prozesskältetechnik realisiert, jedoch bisher nicht in einem Gewerbemietobjekt eingesetzt worden, berichten die Bauherren.

Gut gemischt

Einen Teil der Flächen nutzen Norma und Björn Rosemeier selbst für best müsli. Zu den 26 Mietern zählen außerdem zum Beispiel ein Steuerbüro, eine Beratung für Finanzdienstleistungen, ein Bauprojektentwickler, ein Anlagenbauer, ein Goldschmied und eine Werbeagentur. Der geriatrischen Tagesklinik Casana stehen 1.500 Quadratmeter zur Verfügung. Daneben hat sich Ferdinand’s eingemietet und bewirtet auch auf den Außenflächen vor dem Laden Gäste. Aus der Innenstadt wird der Schönheitssalon Medicare herziehen. Kleinere Unternehmen nutzen gemeinschaftlich Co-Working-Bereiche. Sie teilen sich Küche und Sanitärbereich. Alle profitieren von einem Hausmeisterservice, der Verwaltung, einer Internetplattform nebst Newsletter sowie Get-togethers zum Austausch.

„Das Projekt hat viel Kraft gekostet und uns in der Pandemie an unsere Grenzen geführt. Aber das Ergebnis passt. Die Firmen sind begeistert“, resümiert Norma Rosemeier. Die Lämmerspieler Straße biete viel Entwicklungspotenzial. Mit dem Mühlheimer Tor sei ein Startschuss gefallen. Sie hofft auf interessante Ideen vonseiten der Stadt. Für das eigene Projekt haben sie und ihr Mann noch einige.

www.muehlheimer-tor.de