Birgit Arens-Dürr hat bei

Capanova

reingeschaut

Birgit Arens-Duerr

„Capanova ist die erste Naturkosmetik-Serie zum Haare stylen für Männer“, sagt Benjamin Koch. Er hat sie entwickelt und im Frühjahr auf den Markt gebracht.

Auf die Geschäftsidee kam der Gründer durch eine eigene, ungute Erfahrung mit einem Stylingprodukt: „Meine Haare wurden immer dünner und fielen teilweise sogar aus – gleich zwei Probleme, die ich vor der Verwendung so nicht kannte“, erzählt er. Mit ärztlicher Unterstützung stellte er fest: Womit er seine Haare in Form brachte und eigentlich pflegen wollte, war so reich an Chemie, dass sie nicht mehr atmen konnten und abzusterben drohten. Auf der Suche nach einer natürlichen Alternative, erkannte er eine Marktlücke. „Im Bereich Haarstyling werden immer noch aus ökologischer Sicht kritische Inhaltsstoffe eingesetzt, weil angeblich mit Naturinhaltsstoffen kein Halt im Männerhaar zu erzeugen ist“, kritisiert er.

Fotos: Capanova

Nummer „1“ werden

„Ich hatte nie vor, ein Unternehmen zu gründen“, sagt der 36-Jährige, der nach Ausbildung und Studium in Marketing und Vertrieb angestellt war. Capanova, was so viel bedeutet wie „neues Haar“, entwickelte er „nebenbei“. Als er wusste, was er wollte, nahm er Kontakt zu einer Werbeagentur auf und sah sich nach einem Produzenten um. „Das war eine Herausforderung. Die Auswahl an Herstellern in diesem kleinen, aber stark wachsenden Markt ist noch recht überschaubar. Und ich suchte ja nach einem, der meine Vision die weltweite Nummer ‚1‘ zu werden, auch stückzahlenmäßig in der Produktion abbilden kann“, berichtet Koch. Schließlich fand er diesen strategischen Schlüsselpartner, zu dem er sagt: „Einer der weltweit größten Naturkosmetikproduzenten glaubt an das Projekt und unterstützt mich auf meinem Weg. Durch diese Partnerschaft stecken in Capanova über 40 Jahre Wissen und Erfahrung mit Rezepturen auf Naturkosmetik-Ebene.“

Finanziert hat Koch das Projekt mit Eigenkapital. Eine Handvoll privater Investoren hat sich beteiligt. „Wir sind finanziell absolut gefestigt. Ein, zwei strategische Partner würde ich allerdings noch ins Boot holen“, meint er.

Was wirkt in Capanova?

„Derzeit verkaufen wir in unserem Online-Shop eine Haarpaste, ein Haarclay (Clay = Ton oder Lehm) zum Modellieren und zum Fixieren das erste rein natürliche Männerhaarspray. Zur Pflege bieten wir mit unserem tiefenwirksamen ‚Leave-In‘ eine Kur an, die nicht ausgespült wird“, beschreibt Koch die derzeitige Linie. Sie ist mit dem unabhängigen Natrue-Label zertifiziert, das für reine Natur- und Biokosmetik vergeben wird. „Wir verwenden unter anderem Argan-, Avocado und Brokkolisamen-Öl, Ginkgo- und Bambusblätter, Vulkanasche und Rosmarin und haben es geschafft, mit besten Rohstoffen ohne Zusatz von Chemie oder Mikroplastik Produkte herzustellen, die trotzdem sehr gute Stylingergebnisse erzielen“, sagt der Geschäftsführer.

Dass seine Erzeugnisse dem Männerhaar guttun sei ein positiver Effekt. Dass sie die Umwelt nicht belasten, ein weiterer. „Nachhaltigkeit und Umweltschutz sind mir wichtige Anliegen. Deshalb haben wir eine WWF-Patenschaft übernommen. Vor allem aber haben wir entschieden, ein komplett klimaneutrales Unternehmen zu sein. Den CO2-Ausstoß, den wir verursachen, gleichen wir aus, indem wir das Waldschutz-Projekt Madre de Dios in Peru unterstützen. Das Klimaschutzprojekt gibt es seit 2009. Dabei wird ein 100.000 Hektar großes Gebiet geschützt und nachhaltig bewirtschaftet, um eine der wichtigsten Kohlenstoffsenken unseres Planeten zu erhalten.“ Er findet es enttäuschend, dass sich nicht mehr Unternehmen mit dem Thema Klimaneutralität befassen.

Nichts überstürzen

„Das nächste Ziel lautet, mit unseren ersten vier Produkten in die Sortimente von Drogerien und Bio-Supermärkten aufgenommen zu werden“, erklärt Koch. Natürlich werde er oft gefragt, wie es mit einer Capanova-Frauenlinie aussieht. Dazu sagt er: „Mit der Zielgruppe Männer kenne ich mich aus und ich sage mir: ‚Schuster bleib bei deinen Leisten‘. Es wird auch beim Thema Haare bleiben. Wir haben keine Körperpflegeprodukte geplant. Sicher werden wir die Linie nach und nach erweitern. Es ist wichtig, immer wieder etwas Neues anzubieten, zum Beispiel ein Shampoo oder Bartpflege. Aber wir wollen nicht zu viele Baustellen auf einmal aufmachen.“

https://www.capanova.de/