Unternehmen in der Verantwortung

Reichen unsere Werte?

Ein kurzer philosophischer Blick auf die aktuellen Entwicklungen der Natur und auf mögliche Wege zu ihrem Schutz. Welche Rolle und welchen Nutzen haben Unternehmen?

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Natur ist die Voraussetzung für alles, was wir kennen. Und zweifelsohne ist sie das Schönste, das wir kennen. Dabei ist die Natur immer noch zu sehr großen Teilen unerforscht und viel Unbekanntes in der Natur bleibt noch ungenutzt. Jedoch geht die Entwicklung der Natur in keine gute Richtung.

Die Biosphäre hat sich global bereits durchschnittlich um 1,2 Grad erwärmt, an den Polen durchschnittlich um über drei Grad. Der Südpol hatte erstmals Anfang 2020 katastrophale Temperaturen über 20 Grad – plus! Wir kennen die ersten Erwärmungswirkungen und wir wissen von den ersten Kipppunkten. Massive Flüchtlingsströme aus unwirtlich werdenden Erdteilen werden prognostiziert. Niemand garantiert das Bremsen des laufenden Temperaturanstiegs, auch nicht die begrenzte Staatengemeinschaft des Pariser Klimaprotokolls.

Der innere menschliche Impuls

Zusätzlich werden durch die weltweit wachsende Landnutzung Tiere und Pflanzen verdrängt. Das bereits heute höchste Tier- und Pflanzenarten-Aussterben jemals wird weitergetrieben. Jede Art war einzigartig in Schönheit und Funktion für das biologische System. Allein ein bis zu über zehntausend Jahre alter Baum erweckt einen tiefen Respekt, doch steht keiner mehr davon in Deutschland.

Braucht es tatsächlich „Werte“ oder gar einen „Wertewandel“, um zu verstehen, in welchen Zustand wir unsere Biosphäre gebracht haben und weiter bringen? Die Bedrohlichkeit der aktuellen ökologischen Daten ist sehr klar. Sind es die Erkenntnisse der Ethiktheorien – die Tugend- und Gerechtigkeitsethiken, der ehrbare Kaufmann oder der Utilitarismus – die hier Lösungen oder gar eine vielleicht notwendige Weiterentwicklung unserer Gesellschaften bieten? Ethiktheorien beschreiben das menschliche Handeln, sie bewerten es und leiten philosophisch ab, wie die menschliche Moral auf das Verhalten wirkt. Aber verneinen sie damit nicht den eigentlichen Kern von Moral als inneren menschlichen Impuls? Wir alle empfinden doch subjektiv und individuell, was falsch
und richtig, gut und böse ist.

Schalten sich angesichts des Zustandes dieses Planeten nicht bereits Gefühle wie Angst oder Empathie als direkte Empfindung ein? Oder haben wir hierfür einfach zu wenig Wissen, um die Tragweite der Naturschädigungen mit den bereits prognostizierten existenziellen Auswirkungen zu verstehen? Die gesellschaftlichen Erkenntnisse um die Erd- und Klimaerwärmung und das Arten-Aussterben verlieren sich in den alltäglichen Meinungen sehr verschiedener Gesellschaftsgruppen im Konzert mit den Alarmrufen der Wissenschaft. Ein Fünfjähriger würde kopfschüttelnd eine Lösung verlangen. In unserer Demokratie kommt es kollektiv nicht zu einer so sachlogisch scheinbar einfachen Entscheidung.

Nutzen der Nachhaltigkeit

Aber liegt die Lösung nicht auf der Hand? Wertschöpfung und Wohlstand entstehen weltweit durch Unternehmen. Unternehmen stellen im äußerst feingliedrigen Wirtschaftssystem Produkte für den Bedarf der Menschen her. Jedes Produkt und auch alle Objekte von uns Menschen bestehen aus Material, das aus der Natur gefördert wurde. Auch unsere Energien zur Herstellung und zum Gebrauch der Produkte und Objekte basieren bisher meistens noch auf der klimaschädlichen Verbrennung von Naturmaterial. Häuser, Autos, Lebensmittel, Gebrauchsgüter, alles – jeweils mit mehr oder weniger Kollateralschäden für die Natur. Der Fünfjährige würde nun fordern: Macht doch bitte die Produkte umweltfreundlich! Tatsächlich gibt vor allem die EU mit ihrem Green Deal, ihrer Nachhaltigkeitsstrategie und ihren immer häufigeren Umsetzungen in verschiedenen Branchen den Weg vor. Tatsächlich orientiert sich dieser Weg der Weiterentwicklung der gesamten Wirtschaft auch immer am Machbaren beziehungsweise an dem, was bekannte Lösungen vorzeichnen.

Der ökonomische Vorteil dieser Weiterentwicklung für jedes Unternehmen liegt in dem immer stärkeren Wettbewerbsvorteil. Denn jeder weiß vom ökologischen Zustand und jeder ist immer mehr bereit, dies in seinem Konsum zu honorieren. Nicht nur ein Babynahrungshersteller (Hipp), ein Brauereikonzern (Krombacher) oder eine Drogeriemarktkette (dm) wurden mit einer Nachhaltigkeitsstrategie Marktführer. Immer mehr Vorbilder, gedacht sei nur an das verkaufsfördernde Produktattribut „Bio“, belegen, dass es sich lohnt, sich über die Grenzen der gesetzlichen Nachhaltigkeitsauflagen hinaus weiterzuentwickeln und damit Kunden wahrhaftig zu begeistern. Im Feld Nachhaltigkeit ist ein neuer Wettbewerb gestartet, den die Mutigen gewinnen. Es sind die für die Natur und auch für die Gesundheit gern nachgefragten Mehrwerte, die Produkte weltweit im Wettbewerb beflügeln.

Autor

Tom Veltmann
Veltmann Management Consult –
Mehrwerte für Marken, Münster
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