PR und Marketing: Wächst bald zusammen, was zusammengehört?

Aktuelle Studie sieht zunehmende Annäherung der beiden Kommunikationsdisziplinen – bis hin zur vollständigen Verschmelzung

„PR und Marketing auf Kuschelkurs“: So überschrieb das renommierte EHI Retail Institute die Ergebnisse einer Umfrage aus dem Sommer dieses Jahres unter mehr als 100 Einzelhandelsunternehmen und Konsumgüterherstellern aus Deutschland und der Schweiz. Dabei wurde untersucht, inwieweit sich beiden Kommunikationsdisziplinen in Zukunft annähern werden und in welchem Maße das bereits geschehen ist. Ergebnis: Die meisten teilnehmenden Unternehmen gehen davon aus, dass die Grenzen zwischen den Abteilungen mehr und mehr verschwimmen werden.

Dabei glauben 43 Prozent der befragten Geschäftsführer sogar, dass PR und Marketing in absehbarer Zeit zu einer einzigen Abteilung verschmelzen werden. Unter den Kommunikationsverantwortlichen in den Betrieben teilen zwar nur 14 Prozent zwar diese Meinung, allerdings: In drei Prozent der Unternehmen arbeiten PR und Marketing bereits jetzt in einer zusammengefassten Abteilung.

Gemeinsame Projekte werden in annähernd neun von zehn Unternehmen (87 Prozent) von Mitarbeitern beider Disziplinen durchgeführt. Dabei handelt es sich zum Beispiel um gemeinsam entwickelte Kampagnen oder Events wie Jubiläen und Shop-Eröffnungen. Mit 47 Prozent führt außerdem knapp die Hälfte regelmäßig gemeinsame Redaktionssitzungen durch. Meistens geschieht dies wöchentlich, mindestens aber einmal im Monat. 38 Prozent stimmen aktuelle Prozesse mit der jeweils anderen Abteilung ab. Lediglich sieben Prozent der befragten Unternehmen gaben an, dass Marketing und PR bei ihnen vollkommen voneinander getrennt arbeiten.

Als Hauptgrund für die wachsende Kooperation wurde vor allem die Digitalisierung genannt. „Hauptsächlich die gemeinsam zu nutzenden Kommunikationskanäle machen für 84 Prozent der Geschäftsführer und 70 Prozent der PR-Leute ein gemeinsames Arbeiten unumgänglich“, heißt zusammenfassend in der EHI-Umfrage. Die zunehmende Überschneidung der Zielgruppen, etwa bei Bloggern, im Internet wird als weiterer Grund genannt.