Für reibungsloses Be- und Entladen

Neun goldene Regeln für die Rampe

Reibungslose Abläufe an den Laderampen und partnerschaftliches Zusammenarbeiten verkürzen Standzeiten und erhöhen die Berechenbarkeit von Verkehren.

An der Laderampe herrscht gute Laune, wenn alle sich an die Regeln halten. Foto: quka – Shutterstock

Verlader, Empfänger und Transportunternehmen profitieren gleichermaßen davon. Schon wenige, naheliegende Regeln, an die sich alle halten, erleichtern den Berufskraftfahrern und dem Personal an den Rampen ihre Tätigkeit. Das erhöht zu guter Letzt auch die Attraktivität der Berufe in der Logistik.

Regel 1: Kapazitäten sicherstellen
An den Laderampen sollten ausreichende Kapazitäten vorgehalten werden. Dies betrifft die Rampenzone, das Lager, das Personal und die Ladehilfsmittel gleichermaßen. Auch sollten bauliche Voraussetzungen für reibungslose Umschlagvorgänge geschaffen werden. Dazu gehören insbesondere geeignete Maße für Rampen oder Vordächer sowie Unterraum an der Rampe für Fahrzeuge mit Hebebühne.

Regel 2: Parkraum zum Warten und Vorabfertigen
Für den Hofverkehr einschließlich Park- und Wartezonen sollte genügend Fläche vorhanden sein. Mit Blick auf den Mangel an Lkw-Parkplätzen kann der Fahrer dort möglichst auch seine Ruhezeiten vor oder nach der Beladung verbringen. Werden wartenden Fahrern Funkmeldeempfänger ausgehändigt, können Fahrzeuge jederzeit zügig abgerufen und unnötige Wege in das Abfertigungsbüro vermieden werden.

Regel 3: Verbindliche Öffnungszeiten
Angemessen lange Rampenöffnungszeiten geben den Transportunternehmen die Möglichkeit, Touren ohne Leerlauf zu planen. Bei Restriktionen von Kommunen kann geprüft werden, inwieweit Lockerungen unter Wahrung der Interessen Dritter (Lärmschutz für Anlieger) möglich sind. Insbesondere in Saisonhochzeiten und vor verkaufsstarken Feiertagen sollten Rampenöffnungszeiten dem gesteigerten Anliefervolumen angepasst werden.

Regel 4: Zeitfenster einhalten
Vereinbarte Zeitfenster sind für Verlader, Transporteure und Empfänger gleichermaßen verbindlich. Schließlich entstehen bei Verzögerungen zusätzliche Kosten für Transportunternehmen, Handel und Gewerbe. Zeichnet sich zum Beispiel eine durch Stau verursachte Verzögerung ab, sorgt ein zügiger Informationsfluss dafür, dass Zeitfenster flexibel gehandhabt werden können. Für Fahrzeuge, die zu früh oder zu spät kommen, bleibt die Wartezeit möglichst gering. Attraktive Zeitfenster sollten nicht verkauft werden.

Regel 5: Kommunizieren
Moderne Informations- und Kommunikationstechnologien sowie „Big Data“ sollten dazu genutzt werden, um die Partner möglichst frühzeitig über Veränderungen oder Störungen zu informieren und den Datenfluss über Ladezeiten und Waren zu verbessern. Hierzu gehören beispielsweise Zeitfenstermanagementsysteme, Avisierungsverfahren, Lkw-Abrufsysteme, eine digitalisierte Fahrzeugabfertigung und die beleglose Wareneingangsprüfung. Der Königsweg ist die Verarbeitung von Telematikdaten in Echtzeit.

Regel 6: Genug Tauschpaletten
Tauschpaletten sollten in ausreichender Zahl und in angemessener Qualität an den Laderampen zur Verfügung stehen und übergeben werden.

Regel 7: Zuständigkeit klar regeln
Be- und Entladung sowie begleitende Prozesse wie das Entfernen von Folien oder die Vereinzelung von Sandwichpaletten fallen nicht in die Zuständigkeit des Fahrers. Sind diese Prozesse verbindlich geregelt, lassen sich hier Konflikte und Missverständnisse vermeiden. Es sollte auch klargestellt werden, wer für eine betriebs- und beförderungssichere Verladung verantwortlich ist.

Regel 8: Persönlicher Umgang
Fahrer und Personal an den Laderampen sind mit der gebotenen Wertschätzung zu behandeln. Die Fahrer müssen Zugang zu einer angemessenen Menge an sauberen Sanitäreinrichtungen und Sozialräumen haben. Die Fahrer ihrerseits bemühen sich darum, diese Anlagen pfleglich zu nutzen.

Regel 9: Mehr Sprachkompetenz
Fehlende Sprachkenntnisse führen zu Missverständnissen, Verzögerungen und Gefahren in den Ladezonen. Alle Beteiligten bemühen sich darum, die Sprachkompetenz der an der Laderampe tätigen Personen zu verbessern. Eine Verständigung auf Deutsch – zumindest aber auf Englisch – muss möglich sein. Unterstützend können Piktogramme eingesetzt werden.

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