Neues aus Berlin und Brüssel

Auf dem Netzwerktag „Frauen im IHK-Ehrenamt“ debattierten die Teilnehmerinnen intensiv über die EU-Datenschutz-Grundverordnung. Foto: ©DIHK

Unternehmerinnen zur Zukunft Europas

BRÜSSEL. Unternehmerinnen wollen bei der Gestaltung der Zukunft Europas ein entscheidendes Wort mitreden – und sich untereinander besser vernetzen. Mitte Juli trafen sich rund 90 Teilnehmerinnen aus ganz Deutschland auf Einladung des DIHK zum Netzwerktag „Frauen im IHK-Ehrenamt“ in Brüssel. Vor Ort brachten sie ihre Anliegen gegenüber Renate Nikolay aus der EU-Kommission, Nadja Hirsch aus dem EU-Parlament und Kerstin Born-Sirkel vom European Policy Centre ein. Konkrete praktische Schwierigkeiten bei der Anwendung der EU-Datenschutzgrundverordnung wurden adressiert, ebenso wie der zunehmende bürokratische Aufwand, der kleine und mittlere Unternehmen belastet.
Dass Europa mehr für kleine und mittlere Unternehmen tun müsse, war die klare Botschaft der Teilnehmerinnen. Bevor die EU künftig neue Regeln erlasse, solle sie diese auch auf Unternehmerfreundlichkeit überprüfen. Ihre Kritikpunkte und Lösungsansätze zur Europapolitik überbrachten die Teilnehmerinnen am Ende der Sprecherin von Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker, Mina Andreeva, bei einem Besuch in der EU-Kommission.

DIHK und BDI zu geplanten Autozöllen

BERLIN. Im Rahmen der Konsultation des US-Wirtschaftsministeriums zu der Untersuchung, ob US-Autoimporte die nationale Sicherheit der USA gefährden, haben sich der Bundesverband der deutschen Industrie (BDI) und der Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) mit einer gemeinsamen Stellungnahme beteiligt. Deutsche Automobilfirmen und -zulieferer sichern in den USA 118.000 Arbeitsplätze in mehr als 300 Produktionsstätten, Forschungszentren und Verwaltungssitzen. Die Produktion vor Ort hat sich seit 2009 vervierfacht; 60 Prozent der von deutschen Unternehmen in den USA hergestellten Fahrzeuge werden exportiert. Um weiterhin diesen Beitrag zur US-Wirtschaft leisten zu können, brauchen die Unternehmen Planungssicherheit, so BDI und DIHK. Statt Zölle einzuführen, sollte die US-Regierung mit Partnern wie der EU daran arbeiten, weltweit Handelsbarrieren abzubauen.

Bürokratie reduziert – es geht doch!

BERLIN. Die Anhebung der Grenze für die Sofortabschreibung geringwertiger Wirtschaftsgüter (GWGs) von 410 auf 800 Euro verringert spürbar die Bürokratie hierzulande: Einer aktuellen DIHK-Umfrage zufolge registrieren drei Viertel der Unternehmen eine deutliche Entlastung. Der DIHK hatte sich lange hartnäckig für eine Anhebung eingesetzt. Das Argument: Die Betriebe haben viel Arbeit mit den Abschreibungen kleiner Anschaffungen, den GWGs. Und: Eine höhere Abschreibungsgrenze würde ihre Liquidität zum Anschub von Investitionen erhöhen. Der DIHK hofft nun auf den nächsten großen Schritt beim Bürokratieabbau. Der bestünde in zeitnahen Betriebsprüfungen, verbunden mit verkürzten Aufbewahrungsfristen.