Neues aus Berlin und Brüssel

Ehrenamtliche Mentoren im Ruhestand sind deshalb so erfolgreich, weil sie den Azubis ganz praktisch helfen und auf Erfahrungen aus einem langen Berufsleben zurückgreifen. Foto: Getty Images

Profis im Ruhestand machen Azubis fit für den Beruf

BERLIN. Wie lassen sich Ausbildungsabbrüche verhindern? Ein zielführender Weg ist das vom Senior Experten Service entwickelte und durchgeführte Mentorenprogramm „VerA“, das am 8. April 2019 in Berlin im Mittelpunkt der Fachtagung „Sicher durch die Ausbildung dank Ehrenamt“ stand. Die Tagung organisierten der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK), der Bundesverband der Freien Berufe (BFB) und der Senior Experten Service (SES). Achim Dercks, DIHK-Vize-Hauptgeschäftsführer, betonte: „VerA ist ein ausgezeichnetes Beispiel für ehrenamtliches Engagement in der beruflichen Bildung. Die Mentoren sind deshalb so erfolgreich, weil sie den Azubis ganz praktisch helfen und auf Erfahrungen aus einem langen Berufsleben zurückgreifen. Damit sind sie eine hervorragende Ergänzung zu staatlich finanzierten Programmen wie der Assistierten Ausbildung oder den ausbildungsbegleitenden Hilfen.“

Die Veranstalter nutzten die Tagung auch zu einer klaren Forderung an die Bundesregierung: Angesichts des bahnbrechenden Erfolgs der Initiative VerA müsse das Programm verstetigt und über das aktuell diskutierte Ende der Förderung im Jahr 2022 hinaus finanziert werden.

Neuregelung der Ausbildungsduldung

BERLIN. Der Regierungsentwurf des Gesetzes über „Duldung bei Ausbildung und Beschäftigung“ soll demnächst im Bundestag beraten werden. Der Bundesrat hat dazu im Februar Stellung bezogen und folgt an einigen wesentlichen Punkten der DIHK-Stellungnahme zum Gesetzentwurf. Mit Blick auf die Neuregelung der Ausbildungsduldung soll nach Auffassung des Bundesrates für die Dauer einer Einstiegsqualifizierung ein Anspruch auf Duldung bestehen. Dies hatte der DIHK gefordert. Die Bundesregierung teilt die Position des Bundesrates nicht, daher bleibt nun zu hoffen, dass im parlamentarischen Verfahren die Neuregelung der 3+2-Regelung genau betrachtet wird.

Gesundheitswirtschaft: Implantate sollen registriert werden

BERLIN. Ein neues verbindliches Register soll für mehr Transparenz bei Implantaten sorgen. Damit soll die Qualität in der Implantateversorgung – etwa mit Herzschrittmachern oder Gelenk-Endoprothesen – verbessert werden. Die Bundesregierung greift dabei DIHK-Vorschläge auf. Neben klareren Regelungen für die Rechtssicherheit von Unternehmen ist nun auch die Beteiligung von Herstellerverbänden umfassender gesetzlich geregelt. Zudem sieht der Gesetzesentwurf Regelungen vor, die die Rahmenbedingungen für Unternehmen bei der Erstattung im Gesundheitssystem verbessern. Diese Forderungen hat der DIHK in seinen Stellungnahmen zum Referentenentwurf eingebracht.