Neues aus Berlin und Brüssel

Die digitalisierte Wirtschaft benötigt Fachkräfte, die über digitale Kompetenzen verfügen. Foto: Getty Images

Steuerliche Anreize für Weiterbildung anbieten

BERLIN. Die Wirtschaft befürwortet eine steuerliche Weiterbildungsförderung. „Gerade für kleinere und mittlere Unternehmen wäre dies ein interessanter Anreiz, am Bedarf des Betriebs orientiert in die digitalen Kompetenzen ihrer Mitarbeiter zu investieren“, sagte DIHK-Vize-Chef Achim Dercks. Die digitalisierte Wirtschaft benötigt Fachkräfte, die über digitale Kompetenzen wie z. B. Medienkompetenz, IT-Sicherheit sowie Datenauswertung und -analyse verfügen. „Finanzielle Anreize über eine steuerliche Förderung, über Gutscheinmodelle oder ein Digitalisierungs-BAföG ermöglichen bei richtiger Ausgestaltung Betrieben und Beschäftigten die Flexibilität, tatsächlich benötigte Weiterbildungen auszuwählen. Damit dies gut gelingt, ist parallel eine weitere Verbesserung der Weiterbildungsberatung sinnvoll“, rät Dercks.

Unternehmen bilden immer mehr Geflüchtete aus

BERLIN. Die deutsche Wirtschaft engagiert sich immer stärker bei der Ausbildung von Geflüchteten. Das geht aus einer aktuellen Erhebung hervor, für die das „NETZWERK Unternehmen integrieren Flüchtlinge“ bundesweit rund 500 Unternehmen befragt hat. Diese Betriebe beschäftigen aktuell insgesamt 5.122 Geflüchtete. Knapp die Hälfte der befragten Unternehmen bildet aktuell Menschen mit Fluchthintergrund aus, bei der Vorläufer-Umfrage aus dem Jahr 2016 war es noch jedes dritte Unter-
nehmen. Auch die Zahl der Fach- und Führungskräfte mit Fluchthintergrund hat sich in den vergangenen zwei Jahren auf 22 Prozent verdoppelt. Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier lobte den Einsatz der Unternehmen im Netzwerk (www.unternehmen-integrieren-fluechtlinge.de), das sein Ministerium vor drei Jahren auf Beschluss des Bundestages gemeinsam mit dem Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) ins Leben gerufen hatte: „Ich freue mich, dass die vielen im Netzwerk engagierten Unternehmen auch weiterhin einen so wertvollen Beitrag zur Integration leisten wollen.“ Ihr Engagement zahle sich auch für die Unternehmen selbst aus, betonte der Minister. „In vielen Branchen herrscht Fachkräftemangel – Unternehmen suchen teilweise händeringend nach Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Von der Integration von Geflüchteten in Unternehmen profitieren beide Seiten, eine klassische Win-win-Situation!“ Nach Auffassung von DIHK-Präsident Eric Schweitzer engagieren sich Unternehmen, die Geflüchtete ausbilden, „weit über das übliche Maß hinaus“. Er appellierte zugleich an die Politik: „Damit sich die Investition in Fachkräfte von morgen lohnt, brauchen die Unternehmen klare Regeln und Planungssicherheit – und das möglichst unbürokratisch und schnell.“

Bürokratieabbau jetzt

BERLIN. Auf eine rasche Realisierung des bereits im Koalitionsvertrag angekündigten Bürokratieentlastungsgesetzes III drängt DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben. Dieses sei seit fast einem Jahr angekündigt, doch bis heute liege noch kein Gesetzentwurf vor, kritisierte er. „Dabei mangelt es nicht an umsetzungsreifen Vorschlägen.“ Die zehn Vorschläge des DIHK zum Bürokratieabbau zeigten, wie Unternehmen unkompliziert von bürokratischen Pflichten entlastet und zugleich mehr Ressourcen für neue Ideen und bessere Leistungen freigesetzt werden könnten: „So sollten digitale Verfahren schneller genutzt und unnötige Regulierungen abgebaut werden“, zählte Wansleben einige der relevanten Aspekte auf. „Wir sollten Aufbewahrungsfristen für Steuerunterlagen verkürzen und Aufzeichnungspflichten beim Mindestlohn reduzieren.“ Auch Existenzgründern dürften beim Weg in die Selbstständigkeit nicht mehr so viele Steine in den Weg gelegt werden. Die zehn Top-Forderungen des DIHK zum Bürokratieabbau finden Sie hier: https://bit.ly/2IEhwta