Neue Verordnung regelt Datenschutz im Fuhrpark

Bestimmungen der EU-DSGVO greifen ab 25. Mai. Bei Verstößen drohen drastische Bußgelder.

Digitale Daten fallen im modernen Fuhrpark in Massen an. Sei es, dass das Auto diese selbst sammelt, sei es im Zuge des (teil-) autonomen Fahrens, sei es mittels der vielfältigen Assistenzsysteme und Kommunikationseinrichtungen. Deshalb ist es für Fuhrparkmanager von großer Bedeutung, sich auf die ab dem 25. Mai 2018 greifenden Bestimmungen der neuen EU-Datenschutzgrundverordnung (EU-DSGVO) einzustellen. Andernfalls kann es teuer werden. Die Verordnung sieht bei Verstößen drakonische Geldbußen vor, die bis zu vier Prozent des weltweit erzielten Jahresumsatzes betragen können.

Gerade für Fuhrparks ist zum Beispiel der räumliche Anwendungsbereich der EU-DSGVO ein wichtiger Punkt. „Er erstreckt sich auf die Datenverarbeitung von Unternehmen, die eine Niederlassung in der EU haben, und zwar unabhängig davon, ob die Datenverarbeitung in oder außerhalb der EU stattfindet“, schreibt der Rechtsanwalt und Verkehrsrechtsexperte Lutz D. Fischer in einem Beitrag für das Magazin „Flottenmanagement“. Umgekehrt gelte die Verordnung auch für datenverarbeitende Stellen in Unternehmen, die keine Niederlassung in der EU haben, sofern die Datenverarbeitung Personen in der EU betreffe. Anwalt Fischer zusammenfassend: „Immer dann, wenn Dienstwagenberechtigte und Dienstwagen in der EU datentechnisch verwaltet werden, greift auch die EU-DSGVO.“

Generell stärkt die neue EU-Verordnung die Datenschutzrechte von dienstwagenberechtigten Mitarbeitern vor allem im Hinblick auf Transparenz- und Informationspflichten des Arbeitgebers. Künftig bestehen außerdem ausgeweitete Widerspruchsrechte sowie Rechte auf die Löschung oder Einschränkung von Daten. Deutlich verschärft wurden auch bisherige Bestimmungen zur Sicherheit bei der Erhebung und Datenverarbeitung. So müssen Unternehmen künftig bei besonders risikobehafteten Datenverarbeitungen eine Datenschutz-Folgeabschätzung durchführen. Zunehmend digital hochgerüstete Firmenfahrzeuge (Bordcomputer, Smartphone-Anbindung usw.) dürften in diese Risiko-Kategorie hineinfallen.

Ziel der EU-DSGVO ist es, ein einheitliches Datenschutzniveau in der gesamten Europäischen Union zu erreichen. Die Bestimmungen sind im Detail aber durchaus kompliziert. Vielfach werden deshalb Seminare angeboten, die umfangreich zum Thema „Datenschutz im Fuhrpark“ informieren. In jedem Fall sollten sich Fuhrpark-Verantwortliche von Fachleuten zu den notwendigen Maßnahmen in ihrem Unternehmen beraten lassen.