Mobilität kann nicht warten

Eine Ausnahmesituation wie diese haben wohl die wenigsten von uns jemals erlebt. Das Coronavirus entfaltet unfassbare wirtschaftliche Auswirkungen und stürzt viele Unternehmen in die Krise.

Bund und Land haben große Summen und Hilfsprogramme bereitgestellt. Die IHK?-Offenbach am Main berät ihre Mitgliedsunternehmen seit Wochen zu allen relevanten Corona-Themen und dabei, Mittel zu beantragen. Allerdings haben vor allem Solo-Selbstständige, Kleinunternehmen und Freiberufler kaum Ansprüche. Auch für Betriebe mit bis zu 250 Mitarbeitern fehlen echte Hilfen. Wir haben die Politik eindringlich auf diese Missstände hingewiesen und gefordert, schnell nachzusteuern. Außerdem braucht die Wirtschaft eine klare Perspektive mit einem gemeinsamen Fahrplan Richtung Normalität.

Diese Offenbacher Wirtschaft zeigt Beispiele, wie Unternehmer das Beste aus den Gegebenheiten machen. Sie widmet sich auch dem lange geplanten Titelthema Mobilität. Es wird eine Zeit nach Corona geben, wenn die Wettbewerbsfähigkeit der Region und ihrer Unternehmen wieder in den Fokus rückt. Eine drängende Frage lautet: Wie wollen wir zukünftig die Mobilität von Waren und Menschen in FrankfurtRheinMain sicherstellen?

Die Mobilitätsleistung aller Verkehrsträger muss ausgebaut, wichtige Projekte schnell umgesetzt und die Verknüpfung von ÖPNV, Straße und Fahrrad optimiert werden. Da die finanziellen Mittel durch die Krise knapper werden, brauchen wir ein länder- und verkehrsträgerübergreifendes Mobilitätsentwicklungskonzept FrankfurtRheinMain.

Grundlegend ist auch ein politischer Konsens in der Region. Wenn es uns dann noch gelingt, auf Bundesebene Rahmenbedingungen für schnellere Genehmigungsverfahren zu schaffen, sind Verkehrsprojekte keine Generationenaufgaben mehr, sondern sie werden in überschaubareren Zeiträumen realisiert.

Ich freue mich darauf, bald gemeinsam mit Ihnen auf der Regionaltangente West von Langen zum Flughafen zu fahren, über die ausgebaute Anschlussstelle Obertshausen oder den Tannenmühlkreisel ohne Stau mit dem Auto unterwegs zu sein oder mit einer neuen S-Bahn aus Rodgau über Offenbach-Hauptbahnhof zum Flughafen zu gelangen. Auch in Krisenzeiten gilt es, die Zuversicht zu bewahren und die Zukunft aktiv zu gestalten.

Kirsten Schoder-Steinmüller

Kirsten Schoder-Steinmüller
Präsidentin der IHK Offenbach am Main und Geschäftsführerin der Schoder GmbH in Langen.