Mehr Energieeffizienz im Betrieb spart bares Geld

Von Beleuchtung bis Abwärme: Hier liegt das größte Einsparpotenzial

Schon kleine Maßnahmen sparen bares Geld: Hohe Energiekosten belasten alle Unternehmen, ob groß oder klein – das bedeutet aber auch, dass sich hier hohe Einsparpotenziale verstecken. Eine Untersuchung der Deutschen Energie-Agentur ergab: Allein die Kosten für die Beleuchtung lassen sich durchschnittlich um bis zu 70 Prozent senken. Bei Druckluftsystemen bestehen demnach Einsparmöglichkeiten von 50 Prozent, bei der Wärmeversorgung, Kühlung, Pumpensystemen und Motoren von 30 und bei der Lüftungsanlage von 25 Prozent.

Um die Chancen zur Kostensenkung voll auszuschöpfen, kann die Hilfe eines Energieeffizienz-Beraters hilfreich sein. Er spürt nicht nur Schwachstellen an Stromverbrauchern auf, sondern nimmt auch Arbeitsabläufe unter die Lupe, die einen unnötig hohen Energieverbrauch verursachen. Besonders kleine Betriebe verbrauchen laut einer Studie des Statistischen Bundesamts und der Universität Göttingen überdurchschnittlich viel Energie pro Mitarbeiter. Sie profitieren von Energieeffizienz-Maßnahmen also besonders.

Am meisten können Unternehmen normalerweise aber wie bereits erwähnt bei der Beleuchtung sparen. Experten der Energieagentur nennen dabei unter anderem folgende Maßnahmen:

+ Bewegungsmelder anbringen (20 bis 80 Prozent Ersparnis)
+ Tageslichtsensoren mit Dimmer nutzen (zehn bis 30 Prozent)
+ Einsatz von LED-Lampen (ca. 60 Prozent)
+ in hohen Räumen die Lampenhöhe reduzieren (20 Prozent)
+ elektronische Vorschaltgeräte anbringen (20 bis 25 Prozent)

Ebenfalls Energiefresser sind Druckluftanlagen. Hier helfen oft schon einfache Zeitschaltuhren, Strom zu sparen (zwischen 20 und 80 Prozent). Der Einsatz einer hochwertigen Kompressorsteuerung hilft nach Angaben der Energieagentur ebenfalls. Generell sollten Luftlecks minimiert und minderwertige Technik ausgetauscht werden.

Die Nutzung von Abwärme und Prozesswärme bietet ebenfalls ein großes Potenzial, um die Energieeffizienz in Industrie und Gewerbe zu steigern. So können Kosten beispielsweise durch Wärmerückgewinnung von beheizter Raumluft um 20 bis 30 Prozent gesenkt werden. Experten empfehlen außerdem, Wärmetauscher in Lüftungsanlagen einzubauen sowie Luft aus stark aufgeheizten Räumen, wie zum Beispiel Serverräumen, abzusaugen.

Bei Maßnahmen zur Abwärmenutzung sind in der Regel zunächst einmal sorgfältige Planungen und Berechnungen notwendig. Auch eventuell erforderliche Umbauten verursachen am Anfang Kosten – die sich nach einigen Jahren aber bereits wieder ausgeglichen haben können. Für eine genaue Wirtschaftlichkeitsberechnung sollten kleine Unternehmen, die nicht über eigene Experten verfügen, möglichst einen Fachmann für Energieeffizienz hinzuziehen.