Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) erwartet weiteren Anstieg

Mehr Auszubildende aus Fluchtländern

Im vergangenen Jahr hat sich die Zahl der Auszubildenden aus den acht Hauptherkunftsländern geflüchteter Menschen mehr als verdoppelt.

Ende 2017 waren bundesweit 9.306 Menschen mit Fluchthintergrund in einem IHK-Ausbildungsverhältnis. Das sind mehr als doppelt so viele wie 2016. Damals waren es 3.904 Auszubildende. Für das kommende Jahr erwartet der DIHK erneut einen deutlichen Anstieg.

Sprache ist der Schlüssel

Die Erfahrungen der Betriebe, gerade auch der Mitglieder des ‚Netzwerks Unternehmen integrieren Flüchtlinge‘, zeigen: Die Sprachkenntnisse reichen häufig noch nicht aus, um dem Berufsschulunterricht zu folgen. Insbesondere kleine und mittelständische Betriebe unterstützen ihre Auszubildenden nach Kräften, sind aber zugleich personell nicht in der Lage, diese Aufgabe alleine zu schultern.

Achim Dercks, stellvertretender DIHK-Hauptgeschäftsführer: „Die neue Bundesregierung sollte noch vor dem Start des neuen Ausbildungsjahres im Herbst die gesetzlichen Regelungen so ändern, dass alle Geflüchteten mit dem Abschluss ihres Ausbildungsvertrages auch Zugang zu den verschiedenen Angeboten der Ausbildungsförderung haben – auch über den 31. Dezember 2018 hinaus.“ Nur so hätten die Betriebe die Gewissheit, dass ihre Auszubildenden während der gesamten Zeit der Ausbildung gefördert werden.

Wichtig sei gleichzeitig eine bundesweit einheitliche und transparente Anwendung der „3+2-Regelung“. Sie besagt, dass ein Flüchtling, der eine Ausbildung in Deutschland begonnen hat und die rechtlichen Voraussetzungen erfüllt, auch dann die Ausbildung abschließen und eine zweijährige Anschlussbeschäftigung ausüben kann, wenn sein Asylantrag abgelehnt wird. Zudem sollte, sobald der Ausbildungsvertrag geschlossen wurde, eine entsprechende Duldung bereits bis zu sechs Monate vor Ausbildungsbeginn erteilt werden.