Marktwirtschaft statt Mottenkiste

Die Angst vor einer Rezession macht wieder die Runde. Ein Ausdruck dieser Angst ist die Flucht in Bundesanleihen und Gold. Die Zentralbanken senken weiter die Zinsen, doch ihre Waffen werden stumpfer. Im Umfeld von steigenden Preisen, Negativzinsen und drohenden Handelskriegen steht jeder Investor täglich vor neuen Herausforderungen.

Dennoch sind gerade auch in Deutschland Investitionsmittel in nie dagewesenem Umfang verfügbar. Auch der Investitionswille der Bürger und Unternehmen ist grundsätzlich vorhanden.

Angesichts des Wohnungsmangels in vielen Ballungsräumen Deutschlands könnte man nun meinen, dass sich hier eine Chance für Investoren und eine zielgerichtete Investitionspolitik biete. Aber weit gefehlt. Aktuell scheint der eine oder andere diese Aufgaben lieber mit alten, oft gescheiterten Rezepten aus der Mottenkiste behandeln zu wollen.

Staatliche Eingriffe in den Markt: Die Linke, die SPD und auch Herrn Habecks Grüne denken über staatliche Beschränkung der Immobilienbewirtschaftung nach (Mietendeckel). Manche reden sogar offen über die Enteignung von Immobilien-Eigentümern. Angeblich soll die Soziale Marktwirtschaft manche Aufgaben nicht mehr lösen können.

Wie viele Bürger und Unternehmen nach einem solchen Schritt noch bereit wären, in Wohnungsbau zu investieren und wie viele neue Wohnungen dann noch gebaut werden würden, bleibt wohl das Geheimnis der populistischen Stimmenfänger. Denn nur mehr Angebot wird das Problem lösen, alles andere etabliert maximal einen illegalen Schwarzmarkt.

Befürworter von autoritären, dirigistischen Staatseingriffen vertreten immer auch die Ideen einer planwirtschaftlichen Gesellschaft. Das Experiment ist gründlich schiefgelaufen, auch in Deutschland. Das sollten wir nie vergessen.

Alternativlosigkeit ist meist nur die Ausrede derer, die nicht bereit und willens sind, diese Aufgaben mit marktwirtschaftlichen Lösungen anzugehen.

Ein regelmäßiger Dialog mit Unternehmern, den Akteuren des deutschen Mittelstandes, ist dringlich geboten.

Ihr

Jan Bäumler

Jan Bäumler ist Geschäftsführer der 917 Vermögensverwaltung GmbH, Neu-Isenburg, und Vorsitzender des IHK-Expertenrats Finanzdienstleistungen. Foto: IHK