Emissionsarme Wirtschaftsverkehre

Lösungen für die letzte Meile im Praxistest

Der Online-Handel boomt nach wie vor und ein Ende ist nicht in Sicht, im Gegenteil. Gleichzeitig mit dem prosperierenden E-Commerce wächst der Verkehr – ganz besonders innerstädtisch. Diese Herausforderung nimmt das Projekt „Emissionsarme Wirtschaftsverkehre FrankfurtRheinMain“ an. Es testet innovative Lösungen, wie Mikrodepots als Zwischenlager vor der Auslieferung per E-Lastenrad, in der Praxis und wertet sie wissenschaftlich aus.

Wie lässt sich die innerstädtische Verkehrssituation verbessern? Auf der Suche nach Optimierungsansätzen wurde der Lieferverkehr in Seligenstadt unter die Lupe genommen. Foto: Frankfurt University of Applied Sciences

Bis zu elf Millionen Pakete werden pro Tag deutschlandweit ausgeliefert. Laut Prognosen wird die Zahl der zugestellten Pakete bis 2021 von 3,3 auf etwa 4,1 Milliarden pro Jahr steigen. Bereits 2015 fiel laut Dr. Christian Rudolph vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin etwa ein Drittel des innerstädtischen Verkehrs auf Lieferanten von Gütern, Waren und Päckchen.

Die Folgen: hohe Belastung für Luftqualität und Umwelt, zahlreiche Gefahrensituationen für andere Verkehrsteilnehmer, Staus und fehlender Parkraum.

Projektpartner suchen Lösungen

Damit diese Probleme nicht weiterwachsen und gelöst werden können, haben das House of Logistics and Mobility (HOLM) in Frankfurt, die Frankfurt University of Applied Sciences sowie die Initiative „Perform – Zukunftsregion FrankfurtRheinMain“, in der sich auch die IHKs Offenbach, Frankfurt und Darmstadt engagieren, das Projekt „Emissionsarme Wirtschaftsverkehre FrankfurtRheinMain“ gestartet.

Darin schließen die Projektpartner an zwei frühere Initiativen aus Frankfurt an: Im ersten Vorgängerprojekt wurde das Park- und Stehverhalten in hochfrequentierten Straßenzügen rund um die Zeil gemessen. Ein weiteres hatte die Kurier-, Express- und Paketdienstleister (KEP-Dienstleister) und deren Auslieferungsprozesse im Fokus. Ein zentrales Ergebnis der Untersuchung war, dass der klassische Transporter nicht immer die richtige Verkehrsmittelwahl ist, sondern die Auswahl des Fahrzeugtyps vom jeweiligen Liefergebiet abhängt.

Es stellt sich die Frage, ob dieses Untersuchungsergebnis auch auf den ländlichen oder kleinstädtischen Raum übertragen werden kann.

Testgebiet Seligenstadt

Um eine Antwort zu finden, haben Beschäftigte und Studierende der Frankfurt University of Applied Sciences die Untersuchungsmethoden nach Seligenstadt exportiert und das Park- und Stehverhalten sowie die Auslieferungsprozesse eines KEP-Dienstleisters an fünf Tagen analysiert.

Die Ergebnisse inklusive Handlungsempfehlungen für Kommunen und beteiligte Akteure werden Ende Oktober 2019 veröffentlicht. Zusätzlich wird das Projekt „Emissionsarme Wirtschaftsverkehre“ zu diesem Zeitpunkt ein Konzept zur Kartierung innerstädtischer Lade- und Lieferzonen zur mobilen Nutzung für Lieferanten sowie eine Übersicht alternativer Zustellmethoden bereitstellen.

www.wirtschaftsverkehre-frm.de
www.relut.de

Autor:

Bastian Krampen
Telefon (069) 240070 225
bastian.krampen@frankfurt-holm.de

Autor:

Sascha Barthel
Telefon (069) 240070 555
sascha.barthel@frankfurt-holm.de