Gesundheitliche Vorsorge für Mitarbeiter

Liste informiert zu 232 Ländern und Regionen

Wenn Unternehmen ihre Mitarbeiter zu Auslandseinsätzen entsenden, müssen sie für viele Länder vorab das medizinische Risiko bewerten. Die Länderliste zur arbeitsmedizinischen Vorsorge von International SOS in Neu-Isenburg gibt eine Orientierungshilfe. Sie wurde nun um Hinweise zu einer Polio-Impfung ergänzt sowie um eine Einschätzung zu Covid-19.

Je nachdem, wohin die Dienstreise geht, muss eine angemessene gesundheitliche Vorsorge getroffen werden./ Foto: Adobe.Stock – Leszek Glasner

Die Liste umfasst jetzt 232 Länder und Regionen weltweit. Sie hilft Betriebsärzten und Personalverantwortlichen, das gesundheitliche Gefährdungspotenzial für ihre Mitarbeiter bei Auslandsreisen und Entsendungen zu beurteilen.

Die Länderliste wurde von Experten der Deutschen Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin e.?V. (DGAUM), der Deutschen Fachgesellschaft für Reisemedizin e.?V. (DFR) und des Instituts für Arbeitsmedizin der Universität Mainz in Zusammenarbeit mit International SOS erstellt und publiziert. Gemäß Arbeitsmedizinischer Vorsorgeverordnung (ArbMedVV) ist eine arbeitsmedizinische Vorsorge bei Reisen und Tätigkeiten in Tropen, Subtropen und bei sonstigen Auslandsaufenthalten mit besonderen klimatischen Belastungen und Infektionsgefährdungen vorgeschrieben.

Wo medizinische Vorsorge ein Muss ist

In der Länderliste werden drei unterschiedliche Gefährdungsstufen unterschieden. Allein 103 Länder und Regionen finden sich in der höchsten Gefährdungsstufe 3 wieder – darunter für die deutsche Wirtschaft wichtige Reiseziele wie Indien, Iran und Nigeria. In dieser Gefährdungsstufe ist die arbeitsmedizinische Vorsorge verbindlich. Insgesamt 77 Länder und Regionen sind in der Gefährdungsstufe 2 eingestuft – darunter zum Beispiel auch China, Hongkong und die Türkei, für die ebenfalls eine arbeitsmedizinische Pflichtvorsorge vorgeschrieben ist. In der Regel sind keine Impfungen zwingend für die Einreise in diese Länder gefordert. In nur 52 Ländern gilt die Gefährdungseinstufung 1 – so in den meisten europäischen Ländern und in Nordamerika. Hier ist keine arbeitsmedizinische Vorsorge obligatorisch.

„Polio ist weltweit dank Schutzimpfungen auf dem Rückzug. Es bleibt aber zu beobachten, wie sich eine Covid-19-Impfung zukünftig auf die Einreisebestimmungen auswirken wird. Der Impfnachweis könnte zu einem Kriterium werden, das im Rahmen der arbeitsmedizinischen Vorsorge zu beachten ist. Dieses Kriterium wird dann Einzug in die Länderliste halten“, erklärt Dr. Stefan Eßer, Ärztlicher Leiter für die Region Zentraleuropa bei International SOS in Deutschland.

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