IHK-Konjunkturumfrage im Herbst 2020

Leichte Erholung lässt Unternehmen hoffen

Die wirtschaftliche Situation in der Region Offenbach stabilisiert sich. Der Konjunkturklimaindex ist von 67,6 Punkten auf 95,1 Punkte gestiegen. Das Niveau vor Ausbruch der Corona-Pandemie ist damit zwar noch nicht wieder erreicht. Aber die Stimmung ist deutlich besser als im Frühjahr, als die IHK die Unternehmen während des Lockdowns befragte.

Knapp ein Drittel der Befragten leidet derzeit noch unter einer schlechten Geschäftslage. Aber 47 Prozent bezeichnen die Situation als befriedigend und 22 Prozent sogar als gut.

20 Prozent der Befragten geben an, im Jahr 2020 einen Umsatzrückgang bis zehn Prozent zu erleiden. Für 40 Prozent sind es schon Einschnitte zwischen zehn und 50 Prozent. Bei elf Prozent liegen die Einbußen über 50 Prozent des Jahresumsatzes. Immerhin acht Prozent der Unternehmen können durch Umsatzsteigerungen profitieren, 15 Prozent sehen keine Auswirkungen auf den Umsatz.

Was die weitere Konjunkturentwicklung angeht, halten sich positive und negative Einschätzungen die Waage. Industriebetriebe, Verkehrsgewerbe und Großhandel sind zuversichtlich. Einzelhandel und Dienstleister blicken zumindest nicht mehr ganz so pessimistisch in die Zukunft. 39 Prozent der Befragten wollen weniger investieren. 43 Prozent halten ihr bisheriges Niveau konstant, 18 Prozent möchten ihre Investitionen ausweiten. Mit Ausnahme der Unternehmen im Großhandel bleiben die Beschäftigungspläne weiter eingeschränkt. Insgesamt sollen künftig zwar weniger Mitarbeiter beschäftigt werden. Aber im Vergleich zur Frühjahrsbefragung ist auch hier eine Verbesserung zu erkennen. Dank der verlängerten Kurzarbeiterregelung und im Hinblick auf den absehbaren Fachkräftemangel nach der Pandemie halten 70 Prozent der Unternehmen ihre Beschäftigtenzahl gleich. Die Folgen für den Arbeitsmarkt könnten also schwächer ausfallen als zunächst befürchtet.

„Damit sich der positive Trend fortsetzt, müssen die Belastungen für die Unternehmen unter Wahrung des Infektionsschutzes so gering wie möglich gehalten werden. Es ist wichtig, auf gute Bedingungen für die Wirtschaft hinzuarbeiten und die Wettbe-
werbsfähigkeit des Wirtschaftsstandortes zu stärken. Verzichtbare Bürokratie muss abgebaut werden, statt neue zu schaffen – wie zum Beispiel das geplante Lieferkettengesetz. Für die Zukunftsthemen Digitalisierung, Mobilität, Klimaschutz und Bildung müssen öffentliche Investitionen und eine konsequente Umsetzung, aber auch die Förderung von privaten Innovationen ins Zentrum der politischen Maßnahmen gestellt werden“, fordert IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner.

Die gesamten Ergebnisse der aktuellen IHK-Konjunkturumfrage stehen im Internet.

www.ihkof.de/konjunktur