IHK-Präsidentin überreichte dem Bürgermeister die Urkunde

Langen wiederholt „Ausgezeichneter Wohnort“

Zum zweiten Mal überzeugte die Stadt Langen als „Ausgezeichneter Wohnort“ und wurde am 19. April 2018 von der IHK Offenbach am Main erneut geehrt. IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller übergab die Urkunde im Langener Rathaus an Bürgermeister Frieder Gebhardt.

IHK-Präsidentin Kirsten Schoder-Steinmüller (l.) überreichte die Urkunde „Ausgezeichneter Wohnort“ an Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt (M.) und den Ersten Stadtrat Stefan Löbig (r.). Foto: Stadt Langen

Kirsten Schoder-Steinmüller erklärte: „Gut qualifizierte Fachkräfte sind der wichtigste Erfolgsfaktor für Unternehmen. Es wird immer schwieriger, offene Stellen zu besetzen. Nur wenn die Wohnqualität stimmt und sich Mitarbeiter und ihre Familien wohlfühlen, ist damit zu rechnen, dass die Fachkräfte auch bleiben. Nach eingehender Prüfung freuen wir uns, die Stadt Langen erneut für die vielen Angebote, Services und ihr Engagement in Sachen Willkommenskultur auszuzeichnen. Übrigens, nicht nur die Stadt, sondern auch die Langener Unternehmen können mit dem Qualitätszeichen werben.“

Erstmals wurde Langen 2014 von der IHK ausgezeichnet. Für die Rezertifizierung spielten – neben den sechs überprüften Handlungsfeldern „Strategische Zielsetzung“, „Zuzug leicht gemacht“, „Beruf und Familie“, „Ausländische Fach- und Führungskräfte“, „Kultur und Freizeit“ sowie „Harte Standortfaktoren“ – vor allem die vereinbarten Entwicklungsziele eine besondere Rolle.

Nach den Worten von Bürgermeister Gebhardt ist Langen eine echte Wachstumskommune, in der gerade in begehrten und optimal an den Öffentlichen Personennahverkehr angeschlossenen Lagen Hunderte von neuen Wohnungen entstehen, sich weitere Unternehmen aus dem In- und Ausland ansiedeln und der Einzelhandel mit neuen Angeboten zur Entfaltung kommt. „Wir heißen alle Menschen herzlich willkommen, in einer attraktiven Stadt zu leben und zu arbeiten. Wir bieten ihnen kurze Wege, eine erstklassige Infrastruktur und die weltweiten Verbindungen einer Metropolregion – zugleich aber auch die Lebensqualität eines sympathischen, offenen Mittelzentrums mit viel Grün, Wald und Ruhe.“

Die Stadt betreibt eine professionelle Willkommenskultur, zum Beispiel mit einer Neubürgertüte, die mit wissenswerten Informationen über Langen und die Region gefüllt ist – auch in Englisch und zum Teil in Spanisch und Türkisch. Der städtische Internetauftritt ist inhaltsreich und mehrsprachig gestaltet, die von den Stadtwerken betriebene App „Stella“ liefert die schnellen Infos.

„Darüber hinaus leisten wir mit unseren sieben ehrenamtlichen Willkommenspaten einen ganz besonderen Service“, betonte Gebhardt. „Sie helfen Fachkräften aus dem Ausland bei der Orientierung nach der Ankunft, begleiten sie bei der Wohnungssuche oder bei Behördengängen und knüpfen soziale Kontakte.“ Willkommenspate Mehmet Canbolat, ein Langener Mitbürger aus der türkischen Partnerstadt Tarsus, hat gerade die Ansiedlung der Firma Color-D textile begleitet. Das Unternehmen kommt aus der Türkei nach Langen und ist spezialisiert auf den Im- und Export auf dem Gebiet der Inneneinrichtung.

Kirsten Schoder-Steinmüller hob hervor, dass die Entwicklung des neuen Wohngebiets an der Liebigstraße eines der größten Wohnprojekte in der Region ist. „Bei einem Zuzug von über 2.000 Menschen ist es wichtig, dass die Stadt bezüglich ihrer kommunalen Angebote gut aufgestellt ist und über eine etablierte Willkommenskultur für die aus- und inländischen Neubürger verfügt.“ Da treffe es sich gut, dass sich Langen nicht auf der Auszeichnung ausruhe, sondern seine Anstrengungen bis 2023 weiter intensivieren möchte.

Laut Gebhardt soll es unter anderem gezielte Veranstaltungen in Neubaugebieten zur Information über städtische Angebote geben. Weitere Kinderbetreuungseinrichtungen und eine zusätzliche Grundschule seien ebenso geplant wie der Aufbau von Communities mit den Schwerpunkten Türkei, Russland und China. „Dabei geht es vornehmlich um internationale Kulturprojekte wie das deutsch-chinesische Klassik-Musikfestival, das bereits zweimal sehr erfolgreich über die Bühne gegangen ist“, erläuterte der Verwaltungschef. Überdies betreibe die Stadt auf dem Ausbildungssektor mit ihrem Tochterunternehmen Pittler Proregion Berufsausbildung GmbH eine ausgezeichnete Zusammenarbeit über Grenzen hinweg. Aktuell laufe eine Kooperation mit der Technischen Universität in Ningbo in China, wo sich Studenten mit dem Langener Modell der überbetrieblichen Ausbildung vertraut machen.

Gebhardt wies zudem darauf hin, dass die Beschäftigten der Stadtverwaltung in internen Fortbildungen in ihrer Sprachkompetenz gefördert werden. Auf strategischer Ebene sollen Leitgedanken zur Digitalisierung entwickelt werden. Daneben seien die Erstellung eines Sportentwicklungsplans, der auch Integration beinhaltet, und ein Entwicklungskonzept für temporäres Wohnen vorgesehen.

Das Zertifikat „Ausgezeichneter Wohnort für Fach- und Führungskräfte“ ist ein Projekt des IHK-Forums Rhein-Main und wird von den darin organisierten IHKs Aschaffenburg, Darmstadt, Frankfurt, Gießen-Friedberg, Hanau, Limburg, Mainz, Offenbach und Wiesbaden an Kommunen aus dem jeweiligen Bezirk verliehen. Ziel ist es, nachhaltige Maßnahmen und Strategien für eine gelebte Willkommenskultur zu etablieren. In- und ausländische Fach- und Führungskräfte sollen ein bedarfsgerechtes Angebot vorfinden und sich in der Region heimisch fühlen.