IHK-Konjunkturumfrage

Lage gut, Erwartungen verhalten

Nach der aktuellen Konjunkturumfrage der IHK Offenbach am Main schätzen die Unternehmen in Stadt und Kreis Offenbach ihre gegenwärtige Situation und den Arbeitsmarkt positiv ein. Sie blicken aber mit Skepsis in die Zukunft. Der IHK-Konjunkturklimaindex für die Region Offenbach ist zum Herbst um 4,2 Punkte auf einen Stand von 119,6 Punkten gefallen.

„Die Geschäftssituation wird derzeit etwas besser beurteilt als im Frühjahr“, berichtet IHK-Hauptgeschäftsführer Markus Weinbrenner. Etwa jedes vierte Unternehmen rechne in den nächsten zwölf Monaten mit einer Belebung seiner Geschäftstätigkeit, 61 Prozent mit gleichbleibenden Geschäften und 15 Prozent seien pessimistisch gestimmt. Die Aussichten blieben in der Summe positiv, würden aber merklich zurückgestuft. Etwas abgenommen habe auch die Investitionsbereitschaft.

Auf einen langjährigen Tiefstand sei die Einschätzung der Unternehmen zum Auslandsgeschäft gesunken. Der Anteil der Befragten, die von einem fallenden Exportvolumen ausgehen, habe sich im Vergleich zum Frühjahr mehr als verdoppelt. Nur 24 Prozent gingen von steigenden Exportumsätzen aus.

21 Prozent der Befragten wollten künftig mehr Arbeitskräfte einstellen. 68 Prozent planten, ihren Personalbestand auf gleicher Höhe zu halten, elf Prozent, ihre Mitarbeiterzahl zu verringern. Damit setze sich die gute Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt nahtlos fort.

„Der Arbeitsmarkt erweist sich einmal mehr als Stabilitätsgarant der Konjunktur“, erklärt der IHK-Hauptgeschäftsführer. „Dass die Erwartungen an die weitere Geschäftsentwicklung gedämpft sind, resultiert zu großen Teilen aus der schwierigen Lage der Weltwirtschaft“, sagt er. Verunsicherung komme auf, weil sich zwar in einigen Ländern die Zeichen auf wirtschaftlichen Aufschwung mehrten, andere Regionen aber unter Krisen, Konflikten und Wachstumsschwächen litten. Zudem ist Weinbrenner überzeugt: „Die kontroversen Diskussionen über die Freihandelsabkommen CETA und TTIP sowie die Entscheidung Großbritanniens, aus der Europäischen Union auszutreten, sind kein positives Signal für eine tiefere Integration der Weltwirtschaft.“

Gleichzeitig mache die Befragung deutlich, dass das Risiko Fachkräftemangel zu einem der drängendsten Themen der Wirtschaft heranwächst. 27,4 Prozent der Teilnehmer hätten angegeben, offene Stellen derzeit länger als zwei Monate nicht besetzen zu können. Es fehlten vor allem Arbeitskräfte aus technischen und kaufmännischen Berufsfeldern sowie aus dem IT-Bereich. Als Reaktion wollen die Unternehmen vorrangig ihre Attraktivität als Arbeitgeber erhöhen und vermehrt auf Aus- und Weiterbildung setzen. „In der Region Offenbach fehlen 2016 laut IHK-Fachkräftemonitor 5.000 Arbeitskräfte. Bis 2030 wird sich diese Zahl auf rund 18.000 erhöhen“, warnt Weinbrenner.

Nur fünf Prozent der Unternehmen erklärten, für längerfristig offene Stellen Menschen ohne abgeschlossene Berufsausbildung zu suchen. „Die Nachqualifizierung ungelernter Arbeitskräfte bleibt eine zentrale Aufgabe von Wirtschaft und Staat. Diese Personengruppe als Potenzial für den Arbeitsmarkt zu erschließen, könnte insbesondere in der Stadt Offenbach zu einer weiteren Reduktion der Arbeitslosigkeit führen“, betont der IHK-Hauptgeschäftsführer.

Alle Befragungsergebnisse finden Sie im Internet unter:

www.ihkof.de/konjunktur

Kontakt:

Judith Müller
Telefon (069) 8207-250
E-Mail mueller@offenbach.ihk.de