Werbung mit dem Hersteller-Preis

Kein Mogeln mit der unverbindlichen Preisempfehlung

Händler werben gerne mit der unverbindlichen Preisempfehlung (UVP) eines Herstellers, um die Preiswürdigkeit von angebotenen Waren herauszustellen.

Händler dürfen ihren eigenen Preis in Relation zur UVP des Herstellers stellen, sofern diese ernsthaft und sachgerecht kalkuliert wurde. Foto: ©mopsgrafik – stock.adobe.com

Grundsätzlich ist die Werbung mit der richtigen UVP, die in der Regel vom Hersteller eines Produkts ernsthaft und sachgerecht kalkuliert wird, zulässig. Sie soll einen angemessenen Verbraucherpreis für die Ware darstellen, also einen Durchschnittspreis widerspiegeln, der beim Verkauf an Verbraucher auf dem Markt erzielt werden kann. Eine UVP darf keine Gefälligkeitsaussprache eines Herstellers gegenüber einem Abnehmer oder einem beschränkten Abnehmerkreis sein, die nur dazu dienen soll, die Ware in der Werbung als besonders preiswürdig herauszustellen. Ein Händler kann, muss seine Ware aber nicht zum unverbindlich empfohlenen Preis verkaufen. Der Hersteller darf den Händler auch nicht dazu zwingen.

Fordert der Händler einen Preis, der unter der UVP liegt, und will seine Preiswürdigkeit gegenüber dem Herstellerpreis in der Werbung herausstellen, so muss er die UVP auch entsprechend als solche kennzeichnen. Er darf die Abkürzung UVP verwenden. Kennzeichnet er sie nicht, kann der Verbraucher erwarten, dass es sich bei dem höheren Preis um den eigenen früher geforderten Preis des Händlers handelt. Eine solche Werbung wäre irreführend, wenn der Bezugspreis zuvor nicht von dem Händler gefordert worden ist. Diese Kennzeichnungsverpflichtung besteht selbstverständlich nicht, wenn sein früherer Preis identisch mit der UVP ist und auch tatsächlich von den Kunden vor der Preisherabsetzung gefordert wurde.

Es ist grundsätzlich zulässig, den eigenen Preis mit einer ehemaligen unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers zu vergleichen. Sie muss als solche kenntlich gemacht werden (ehemalige UVP). Es muss sich dabei um die zuletzt von dem Hersteller ausgesprochene und aufgehobene unverbindliche Preisempfehlung handeln. Eine Irreführung kann allerdings im Einzelfall vorliegen, wenn die zuletzt ausgesprochene UVP schon vor langer Zeit aufgehoben wurde. Dies ist jedoch eine Einzelfallentscheidung.

Ein Markeninhaber, der seine Markenware ausschließlich selbst im Alleinvertrieb vertreibt, kann für diese Ware keine UVP aussprechen und mit dieser werben. Es gibt nämlich keinen Händler als Empfehlungsempfänger, für den diese eine Hilfe bei der Kalkulation des Preises sein könnte. In einem solchen Fall dient die UVP lediglich dazu, das Angebot des Werbenden als besonders preisgünstig darzustellen.

Die Wettbewerbszentrale kann in Fällen irreführender Preiswerbung mit einer UVP Unterlassungsansprüche im Wege der Abmahnung geltend machen.

Kontakt:

Elvira Schad
Zentrale zur Bekämpfung unlauteren Wettbewerbs
Telefon (0231) 521601