Vom Leben und Arbeiten in alternden Gesellschaften

Japans Gesundheitswirtschaft setzt auf Digitalisierung

Die Bedeutung von Digitalisierung und künstlicher Intelligenz für die Gesundheitswirtschaft nimmt zu. Welche Einsatzmöglichkeiten es gibt, zeigt ein Blick nach Japan.

Da Fachkräfte in Medizin und Pflege fehlen, können sogenannte assistive Technologien oder Hilfsmittel zum Einsatz kommen. Sie tragen dazu bei, die Selbstständigkeit älterer oder behinderter Menschen zu erhalten oder sogar zu verbessern. Darüber hinaus können sie helfen, Behinderungen und Folgeschäden vorzubeugen. Das Digitale-Versorgung-Gesetz ermöglicht ab 2020 die Verordnung von Apps und digitalen Gesundheitsanwendungen.

Roboter spielen in Japan sowie in anderen Ländern Asiens und den USA schon heute eine Rolle. Sie sind inzwischen ein Wirtschaftsfaktor für das Gesundheitswesen und erfreuen sich der Akzeptanz einer Vielzahl von Benutzern. Wegen der demographischen Entwicklung werden Roboter in Zukunft zur Unterstützung in der Altenpflege an Bedeutung gewinnen: Humanoide und tierähnliche Roboter können Senioren unterhalten und deren emotionale Situation positiv beeinflussen. Darüber hinaus helfen robotische Systeme wie Exoskelette nicht nur Pflegekräften, sondern auch Mitarbeitern in anderen physisch belastenden Berufen bei Hebe- und Transferaufgaben. Die demographische Entwicklung in Deutschland ähnelt der von Japan. Deshalb ist es nur eine Frage der Zeit, wann die Robotik auch hierzulande in sozialen Berufen Einzug halten wird. Noch ist sie hier in der Pflege kaum im Einsatz. Ein Grund dafür ist, dass noch wenige Produkte verfügbar sind. Deshalb sind Robotik, Digitalisierung und künstliche Intelligenz zentrale Themen, mit denen sich das Forschungszentrum Future Aging an der Frankfurt University of Applied Sciences interdisziplinär auseinandersetzt. Es forscht zur Konzeption, Entwicklung und Erprobung von technikgestützten Produkten und Dienstleistungen.

Autorin:

Prof. Dr. Barbara Klein
Telefon (069) 1533-2877
bklein@fb4.fra-uas.de

Kai Kô Deutsch-Japanischer Wirtschaftsdialog

Voneinander lernen für die Arbeitswelt von morgen, darum geht es beim Kai Kô (japanisch: schönes Treffen) in der IHK Offenbach am Main.

Die Veranstaltung mit dem Schwerpunktthema künstliche Intelligenz (KI) richtet sich mit Workshops, Vorträgen und kulturellen Einblicken an deutsche und japanische Unternehmen, Studenten und Japan-Interessierte.

Termin: 20. November 2019, 14:00 Uhr
Ort: IHK Offenbach am Main
Kosten: 110 Euro pro Person inkl. 19 % USt.

www.ihkof.de/kaiko

Kontakt:

Silvia Schubert-Kester
Telefon (069) 8207-252
schubert@offenbach.ihk.de