Immobilientausch: Das sind die Vor- und Nachteile

Vor allem ältere Eigenheimbesitzer und junge Familien finden oft zueinander – Nebenkosten fallen aber auch beim Tausch an.

Das ältere Ehepaar möchte aus dem zu groß gewordenen Eigenheim in eine kleinere Wohnung umziehen, die junge Familie erwartet weiteren Nachwuchs und sucht ein Häuschen mit Garten. Zusätzlich zur Option, auf dem freien Immobilienmarkt auf die Suche zu gehen, bieten viele Makler inzwischen auch eine andere Möglichkeit an: den Immobilientausch.

Experten der Bausparkasse BHW berichteten jetzt von einem steigenden Interesse unter Hausbesitzern zwischen 50 und 65 Jahren, sich von ihrer Immobilie zu trennen. Daraus ergibt sich für jüngere Familien, die bisher in einer Eigentumswohnung gelebt haben, die Chance zum Tausch. Dabei wird nicht öffentlich inseriert, sondern man wendet sich mit seinem Angebot an einen Makler, der wiederum seinen Kunden das Tauschangebot unterbreitet. Mittlerweile gibt es aber auch im Internet Immobilienseiten, die sich auf solche Tauschaktionen spezialisiert haben. Sobald zwei zueinander passende Interessenten gefunden sind, kann der Tausch über die Bühne gehen – wobei es sich eigentlich um nichts anderes als einen gegenseitigen Kauf handelt.

Immobilienfachleute heben vor allem die Zeitersparnis hervor, die mit einem Tausch verbunden ist. Außerdem tritt man nicht in Konkurrenz zu anderen Interessenten. Und: Die verkaufswilligen Partner müssen wirklich erst dann aus ihrem alten Zuhause ausziehen, wenn sie eine hundertprozentig passende Alternative gefunden haben.

Finanziell sind die Vorteile dagegen nicht so erheblich. Denn wie bei einem gewöhnlichen Immobiliengeschäft werden auch hier zwei normale Kaufverträge aufgesetzt. Auf diese Weise findet ein Ausgleich zwischen den Wertunterschieden der beiden Objekte statt. Nebenkosten wie Grunderwerbsteuer und Ausgaben für den Notar fallen natürlich auch bei Transaktionen dieser Art an.

Wichtig ist es außerdem, den Wert der eigenen Immobilie realistisch einzuschätzen. Gerade bei älteren Einfamilienhäusern besteht oft ein hoher Renovierungsbedarf, der einem selbst gar nicht mehr besonders auffällt, wenn man seit Jahrzehnten in dem Haus wohnt. Deshalb empfiehlt es sich, vor dem Tauschangebot den Wert von einem Gutachter schätzen zu lassen. So gibt es später kein böses Erwachen – und es erhöhen sich die Chancen auf einen Tauscherfolg.