Betrieblicher Arbeits- und Gesundheitsschutz gilt überall

Im Homeoffice gesund bleiben

Seit Corona kam, arbeiten mehr Menschen zu Hause. Mit den damit verbundenen Anforderungen müssen sie richtig umgehen, um physisch und psychisch gesund zu bleiben.

Wenn sich Privat- und Berufsleben nicht voneinander abgrenzen lassen, wird das Homeoffice zur Belastung. Foto: Romolo Tavani – stock.adobe.com

„Das Arbeiten von zu Hause aus bietet viele Vorteile wie zum Beispiel mehr selbstständige Planbarkeit sowie größere Flexibilität“, sagt Guido Schienbein, Leiter der BAD-Gesundheitszentren Aschaffenburg, Fulda, Gießen, Seligenstadt. Die BAD-Gruppe betreut mit mehr als 5.000 Experten in Deutschland und Europa 280.000 Betriebe in den unterschiedlichsten Bereichen der Prävention. Das Homeoffice stellt die Beschäftigten aber auch vor Herausforderungen, schon da der Arbeitsplatz zu Hause meist nicht so komfortabel eingerichtet ist wie der im Büro.

Fünf Tipps für eine gesunde Ergonomie beim Arbeiten im Homeoffice:

1. Bildschirm
  • Die Blickrichtung parallel zum Fenster wählen, auch bei künstlicher Beleuchtung
  • Bildschirm nicht direkt am Fenster platzieren
  • Fenster im Rücken vermeiden
2. Lichtverhältnisse
  • Bildschirm ausrichten, indem Sie ihn drehen und neigen
  • Geräte aus hellen, matten Materialien bevorzugen
  • Gegebenenfalls Lamellen, Vertikalstores, Stellwände ergänzen
  • Leuchten seitlich zum Arbeitsplatz platzieren
  • Bildschirmhelligkeit und -kontrast einstellen
3. Schreibtisch
  • Ausreichend Platz zum Arbeiten schaffen
  • Wichtige Arbeitsmittel griffbereit platzieren
  • Platzeinnehmende Unterlagen auf dem Tisch vermeiden
4. Tastatur und Maus
  • Tastatur entsprechend der Arbeitsaufgabe aufstellen
  • Zwischen Tischkante und Tastatur 10 bis 15 cm Platz lassen
  • Tastatur immer getrennt vom Bildschirm aufstellen
  • Unterarme locker auf der Tischplatte ablegen
  • Maus dicht neben die Tastatur setzen
  • Gegebenenfalls Handballenauflage nutzen
5. Sitzhaltung
  • Knie und Ellenbogen bilden einen 90-Grad-Winkel
  • Füße stehen auf dem Boden, Arme liegen auf
  • Kopf leicht geneigt (ca. 35 Grad), Bildschirmoberkante auf Augenhöhe
  • Rückenlehne reicht mindestens bis zur Mitte der Schulterblätter
  • Rückenlehnenwölbung stützt unteren Rücken
  • Öfter die Sitzhaltung ändern und Bewegungspausen machen, um Verspannungen im Rücken vorzubeugen

Höhere psychische Belastungen

Beschwerden, die im Homeoffice häufig zu beobachten sind und sich auch in Befragungen widerspiegeln, sind Erschöpfung und Schlafprobleme. Einer der Hauptgründe, warum die psychische Belastung im Homeoffice höher ist, liegt im Verschwimmen der Grenzen zwischen Beruf und Privatleben. Es ist schwer, die Trennlinie zu ziehen, wenn man vom Sofa noch auf den Schreibtisch schaut.

Die Digitalisierung und die damit verbundene ständige Verfügbarkeit führen dazu, dass wichtige Erholungsphasen zusammenschrumpfen. Viele Mitarbeitende geben an, im Homeoffice auch außerhalb der Arbeitszeiten berufliche Anrufe und Mails zu beantworten. Hier ist es wichtig, auf sich selbst zu hören, seine eigenen Belastungsfaktoren zu kennen und Grenzen zu ziehen. Im Kontext Unternehmen sind Spielregeln und Etikette bedeutsam für die Zusammenarbeit. Dies meint auch die erwarteten Reaktionszeiten auf Mails. Eine Spielregel könnte sein: Wenn der Chef Freitagabend noch etwas schickt, muss ich nicht vor Montag 8:00 Uhr antworten. Damit ist klar, dass ab bestimmten Uhrzeiten keine Reaktionspflicht mehr auf E-Mails besteht.

www.bad-gmbh.de

Autorin

Kirsten Faust
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