Hybride Arbeitswelten

Die Zukunft der Arbeit ist ein Mischmodell aus Büro- und Remote-Arbeit von beliebigen Orten aus – das prognostizierten Experten bereits vor Jahren. Die Pandemie hat das Zukunftsmodell „Hybrid Work“ ohne Umschweife in die Gegenwart geholt, was vielerorts sowohl für technische als auch personelle Herausforderungen sorgte.

Foto: Steelcase

Neun Azubis stehen in der Küche des Sheraton Offenbach Hotels und schneiden Gemüse. Sie sind einige von 580 Teilnehmern an den praktischen Vorbereitungswochen für Azubis aus dem Hotel- und Gastronomiebereich, die die IHK Offenbach am Main, der Dehoga und die Georg-Kerschensteiner-Schule initiiert haben. Während wegen der Corona-Krise viele Ausbildungsbetriebe seit Monaten geschlossen sind, stehen die zukünftigen Fachkräfte kurz vor ihrer IHK-Abschlussprüfung. Organisiert werden die dreiwöchigen Kurse vom Dehoga Hessen mit Unterstützung der hessischen IHKs. Das hessische Wirtschaftsministerium hat die Aktion mit 930.000 Euro finanziert.

„Es macht unheimlichen Spaß zu sehen, wie sich die Azubis in den letzten Wochen entwickelt haben. Ihre Unsicherheit aufgrund geschlossener Hotel- und Gastronomiebetriebe und fehlender Praxis war hoch. Nun stehen wir ihnen mit unserem Praxiswissen zur Seite. Die Auszubildenden nehmen dies sehr dankbar an“, erklärt Dirk Wilhelm Schmidt, General Manager des Sheraton Offenbach Hotels. Das Sheraton ist eine von 16 Ausbildungsstätten, die ihr Haus für das Programm in Hessen zur Verfügung gestellt haben und insgesamt 57 Azubis in den vier Hotel- und Gaststättenberufen auf die Prüfung vorbereiten.

Die schwierige Situation und fehlende Perspektiven haben die Zahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Jahr 2020 zwar um elf Prozent sinken lassen. Doch die IHK Offenbach am Main und ihre Betriebe sind optimistisch. „Zum April liegen wir im Vergleich zum Vorjahr nur noch bei einem Minus von drei Prozent bei den neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen. Das beweist: Ausbildung ist und bleibt das Instrument für eine starke Zukunft unserer Unternehmen“, sagt Jana Maria Kühnl, Leiterin der Bildungsberatung bei der IHK Offenbach am Main.