Trotz Corona Azubis finden

Heute ausbilden, morgen Fachkräfte haben

Die Pandemie stellt die Unternehmen vor besondere Herausforderungen. Wie und wann sich die Wirtschaft erholt, ist ungewiss. Gerade in dieser Situation ist es wichtig, Fachkräftenachwuchs zu qualifizieren und jungen Menschen den Start ins Berufsleben zu ermöglichen.

Wer ausbildet, entwickelt für die speziellen Anforderungen des eigenen Betriebs qualifizierte Mitarbeiter und eröffnet jungen Menschen Perspektiven. Foto: gleichzeitehrenberg-bilder – stock.adobe.com

Mit unterschiedlichsten Initiativen wie der Bildungsmesse „gOFfit“ oder „Deine Nacht der Ausbildung“ bringt die IHK Offenbach am Main jedes Jahr Schüler aus Abschlussklassen und Unternehmen zusammen. Die Betriebe sichern sich bei den Veranstaltungen qualifizierten Fachkräftenachwuchs. Junge Menschen werden ausgebildet und auf den Weg in ein spannendes Berufsleben gebracht.

Durch Corona ist alles anders. „Wir erleben ein Matchingproblem“, klagt IHK-Referentin Jana Maria Kühnl und erklärt: „Weil wir die Events absagen mussten, finden Unternehmen und Schüler nur schwer zusammen. Wir beobachten, dass sich die Vorbereitungen für das Ausbildungsjahr gerade nach hinten verschieben. Statt im April haben die Vorstellungsgespräche mit potenziellen Azubis im Spätsommer stattgefunden. Die Bereitschaft, auszubilden, hat vor allem in den stark betroffenen Branchen leicht abgenommen. Das sind die Hotellerie und der Veranstaltungsbereich, aber auch teilweise der Einzelhandel.“

Im August verzeichnete die IHK Offenbach am Main 19 Prozent weniger eingetragene Verträge als im Vorjahr, während es für das gesamte Bundesland Hessen sogar minus 22 Prozent sind. „Allerdings haben wir jetzt, im August, so viele Anfragen von Unternehmen, die erstmals ausbilden wollen, wie noch nie in diesem Monat. Es ist also schwer zu prognostizieren, wohin sich das Jahr entwickelt. Ich hoffe, wir holen auf und können noch viele Verträge registrieren“, sagt Kühnl. Ende Juli gab es laut Arbeitsagentur noch 829 unbesetzte Lehrstellen und 963 unversorgte Bewerber in der Stadt Offenbach. Unternehmen, die ausbilden möchten, haben also noch gute Chancen, geeignete Kandidaten zu finden.

Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern“

Bundesminister Hubertus Heil bringt es auf den Punkt, wenn er sagt: „Die duale Ausbildung ist ein Markenkern unseres Landes und unser Ticket in eine wirtschaftlich erfolgreiche Zukunft. Deshalb müssen wir sie gerade in schwierigen Zeiten am Laufen halten. Mir ist wichtig, dass junge Menschen auch im Jahr 2020 eine Ausbildung beginnen oder abschließen können.“

Deshalb soll das Bundesförderprogramm „Ausbildungsplätze sichern“ Betriebe unterstützen und dazu motivieren, ihr Ausbildungsplatzangebot aufrechtzuerhalten oder sogar zu erhöhen. Möglichst viele junge Menschen sollen eine Ausbildung beginnen und erfolgreich abschließen können.

Die Förderungen können über die Bundesagentur für Arbeit beantragt werden. Falls eine IHK-Bescheinigung für den Antrag benötigt wird, stellt die IHK Offenbach am Main diese auf Anfrage schnellstmöglich aus.

Die wichtigsten Informationen zu der Initiative sind auf der Website der IHK Offenbach am Main zusammengefasst.

www.offenbach.ihk.de/P5520

Matchingtool für Offenbach

Im Corona-Jahr laden die IHK Offenbach am Main und das Übergangsmanagement Schule–Beruf im Amt für Arbeitsförderung der Stadt Offenbach Firmen und Jugendliche zum virtuellen Treffen ein. Das neue Matchingtool www.azubisuche-OF.de ist eine Plattform zur Kontaktaufnahme.

Dort präsentieren sich junge Menschen mit ihren schulischen Qualifikationen, praktischen Erfahrungen, Stärken und Zukunftsideen. Unternehmen aus der Region suchen mit dem Matchingtool nach passenden Auszubildenden. Sie finden dort die Profile von Jugendlichen mit ersten Infos zu Wunschberuf, Praktika im Berufsfeld und Angaben zum möglichem Ausbildungsbeginn. Das Angebot ist für Unternehmen und Jugendliche kostenlos.

Die Datensicherheit ist garantiert. Nur Ausbildungsbetriebe können die Profile der Jugendliche lesen. Die Daten im Online-Portal werden ausschließlich zur Ausbildungsvermittlung genutzt.

„Unsere wichtigen Kommunikationsinstrumente, das Magazin fit for Job und die Website www.goffit.de, wurden außerdem aktualisiert, um in den Schulen damit zu arbeiten“, berichtet die IHK-Expertin.

www.azubisuche-OF.de

Ausbilden im Corona-Jahr

  • Sie möchten/können mit der Ausbildung erst jetzt starten?
  • Kurzarbeit hindert sie daran, Ausbildungsinhalte zu vermitteln?
  • Sie möchten einen Azubi aus einem insolventen Betrieb übernehmen?

Die Bildungsberater der IHK Offenbach am Main informieren zur dualen Ausbildung und zeigen Lösungen für schwierige Situationen.

www.offenbach.ihk.de/P229

Kontakt

Jana Maria Kühnl
Telefon 069 8207-341
kuehnl@offenbach.ihk.de