Chemikalien dringend anmelden

Harte Strafen, wenn die Registrierung fehlt

Eine zwei- bis dreijährige Freiheits- oder eine hohe Geldstrafe droht allen, die gegen die Registrierungspflicht nach der sogenannten REACH-Verordnung (Registration, Evaluation, Authorisation and Restriction of Chemicals) verstoßen.

Wer mehr als eine Tonne an chemischen Stoffen oder Gemischen innerhalb der EU herstellt oder importiert, muss diese zukünftig nach der REACH-Verordnung registrieren lassen. Foto: Arens-Dürr/IHK.

Das Ende der Registrierungsfrist naht. Daher sollten sich alle Unternehmen, die in der EU chemische Stoffe oder Gemische ab einer Menge von einer Tonne pro Jahr herstellen oder diese importieren, schnellstmöglich mit der Registrierung beschäftigen. Denn nach Ablauf der Frist dürfen nicht registrierte Stoffe nicht mehr in Verkehr gebracht werden.

Der Prozess ist extrem kompliziert, so dass die Zeit bis zum Ende der Frist sehr knapp wird. Denn die notwendigen Stoffinformationen sind bei der zuständigen Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) in Form eines umfangreichen Registrierungsdossiers einzureichen. Gerade kleine und mittelgroße Unternehmen, die wenig Erfahrung damit haben und möglicherweise über zu wenig internes Expertenwissen verfügen, werden das Prozedere kaum ohne externe Hilfe bewältigen können. Dies bedeutet neben dem zeitlichen  auch einen erheblichen finanziellen Aufwand.

Ein Unternehmen ist übrigens auch dann selbst registrierungspflichtig, wenn genau der gleiche Stoff bereits durch ein anderes Unternehmen registriert wurde. Wird zum Beispiel der gleiche Stoff sowohl von einem Unternehmen in Italien als auch von einem deutschen Unternehmen in die Europäische Union eingeführt, müssen beide Unternehmen registrieren. Kauft das deutsche Unternehmen diesen Stoff bei dem italienischen Unternehmen, dann muss das deutsche Unternehmen in Bezug auf die Registrierungspflicht nur sichergehen, dass der Italiener diese erfüllt hat.

Bisher wurden mehr als 80 Prozent der Stoffregistrierungen von Großunternehmen eingereicht. Bis zum Fristende erwartet die ECHA jedoch bis zu 70.000 weitere Registrierungen mit circa 24.000 neu erfassten Stoffen, insbesondere durch solche kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMUs), die selbst nicht aus der Chemiebranche stammen.

Die in Deutschland zuständige Auskunftsstelle zur REACH-Verordnung, die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA), hat einen „Helpdesk“ eingerichtet, der zahlreiche Unterstützungsangebote für Hersteller, Importeure und Anwender bereithält, damit diese ihre Aufgaben und Pflichten im Registrierungsverfahren erkennen und wahrnehmen können. Darüber hinaus bietet die BAuA in Kooperation mit den IHKs bundesweit Informationsveranstaltungen speziell für KMUs an.

KONTAKT

Peter Sülzen
Telefon (069) 8207-244
E-Mail suelzen@offenbach.ihk.de

Informationen unter:
www.reach-clp-biozid-helpdesk.de

Veranstaltungen:

„REACH: Jetzt erfolgreich registrieren!“
24. Mai 2016, IHK Kassel-Marburg,
14:00 bis 17:00 Uhr
Anmeldung und Information:
Judith Scheuer-Schmidt
Telefon (06421) 9654-31
E-Mail: scheuer-schmidt@kassel.ihk.de
Internet: www.ihk-kassel.de/veranstaltungen

8. Juni 2016, IHK Frankfurt am Main,
13:00 bis 17:00 Uhr
Anmeldung und Information:
Peter Bodensohn
Telefon (069) 2197-1406
E-Mail: p.bodensohn@frankfurt-main.ihk.de
Internet: www.frankfurt-main.ihk.de/veranstaltungen